Arbeitslose 3,5-Millionen-Marke unterschritten

Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im Oktober erstmals seit mehr als zwölf Jahren auf weniger als 3,5 Millionen gesunken. Allein im vergangenen Monat fanden mehr als 100.000 Menschen einen Job. Experten rechnen damit, dass der Trend noch einige Zeit anhält.

Nürnberg -Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober erneut deutlich zurückgegangen. Wie die Bundesagentur für Arbeit heute mitteilte, waren im Oktober 3,434 Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Das waren 110.000 weniger als im Vormonat und 650.000 weniger als im Oktober 2006. Die Arbeitslosenquote fiel auf Monatssicht von 8,4 auf 8,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie zu diesem Zeitpunkt noch 9,8 Prozent.

"Die Belebung am Arbeitsmarkt hat sich durch die robuste Konjunktur weiter verstärkt", sagte Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit. Die gute Konjunktur sei stabil und verstärke die übliche Herbstbelebung. "Dadurch hat die Arbeitslosigkeit stärker abgenommen als sonst in einem Oktober", sagte Alt. Saisonbereinigt verzeichnete die Bundesagentur so einen Rückgang um 40.000 Erwerbslose. Vor allem aber bleibe die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter hoch, so dass die Arbeitslosenzahl in den kommenden Monaten wohl weiter sinken werde.

Das glauben auch die Experten der italienischen Großbank Unicredit . Ihrer Meinung nach wird sich der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt trotz der erwarteten leichten Abschwächung der Wirtschaftsdynamik fortsetzen, wenn auch vielleicht in einigen Monaten nicht mehr mit der aktuellen Kraft.

Mehr und mehr macht sich der wirtschaftliche Aufschwung auch im Osten der Republik bemerkbar. In Sachsen-Anhalt beispielweise ist die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand in einem Oktober der vergangenen 16 Jahre gesunken, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Halle mitteilte. Die Arbeitslosenquote dort sank im Oktober immerhin auf 14,6 Prozent, nach 16,5 Prozent vor einem Jahr. Insgesamt sank die Arbeitslosenquote Ost binnen Jahresfrist von 15,7 Prozent auf nunmehr 13,6 Prozent. Im Westen liegt sie jetzt bei 6,8 Prozent.

Zudem ist die Zahl der Erwerbstätigen im September zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik über die Marke von 40 Millionen gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden rund 40,05 Millionen Beschäftigte mit Wohnort in Deutschland gezählt. Das waren 676.000 oder 1,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

"Die Zahlen sind eine ausgesprochen gute Nachricht. Die Erholung setzt sich fort und zwar stärker als gedacht. Die Erholung am Arbeitsmarkt ist zudem von ganz enormer Bedeutung für die Erholung des privaten Konsums, insbesondere in Zeiten, in denen die Haushalte eine hohe gefühlte Inflation verspüren. Da sind reale, harte Daten von ganz besonderer Wichtigkeit", sagte Deka-Bank-Experte Andreas Scheuerle.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und reuters