Mittwoch, 18. September 2019

Investmentmärkte Araber mögen deutsche Immobilien

Arabische Investoren suchen nach Anlagemöglichkeiten für gewaltige Summen - breit diversifiziert und weltweit, auch in Deutschland. Während sich die Politik vor einem Kontrollverlust in strategisch wichtigen Teilen der Wirtschaft sorgt, kaufen die Araber am deutschen Immobilienmarkt schon fleißig ein.

Hamburg - Deutschland wird in den kommenden Jahren verstärkt zum Ziel von Immobilieninvestitionen aus dem arabischen Raum werden. "Investitionen in Deutschland werden für arabische Investoren zurzeit zu einem sehr heißen Thema", sagt Fadi Moussalli, Regional Direktor des internationalen Immobilienberaters Jones Lang LaSalle in Dubai, im Gespräch mit manager-magazin.de.

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Schon in den vergangenen Jahren haben Investoren aus jener Region ihre Engagements am deutschen Immobilienmarkt signifikant gesteigert. So beziffert Moussalli das Volumen an Geldern, die allein im ersten Halbjahr 2007 aus dem mittleren Osten in den deutschen Immobilienmarkt geflossen sind, auf etwa 770 Millionen US-Dollar.

Im gesamten Jahr 2006 wurden seinen Angaben zufolge etwa 990 Millionen "Öl-Dollar" in deutsche Immobilien investiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 betrug das Volumen noch lediglich 180 Millionen US-Dollar.

Auch das Research von Jones Lang LaSalle (JLL) in Deutschland beobachtet diesen Trend. Die Analysten notierten von Januar bis Juni 2007 Investitionen in Höhe von rund 388 Millionen Euro aus dem arabischen Raum in Deutschland - im gesamten Jahr 2006 waren es laut JLL 500 Millionen Euro. JLL macht allerdings darauf aufmerksam, dass der Anteil am gesamten Investitionsvolumen in Höhe von 27 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2007 bei lediglich 1,4 Prozent lag - mit steigender Tendenz.

"Ölgeld hat bisher im deutschen Immobilienmarkt eine untergeordnete Rolle gespielt, im Gegensatz insbesondere zum Londoner oder Pariser Markt", erklärt Christian Schulz-Wulkow vom Immobilienberater Ernst & Young Real Estate. "Dennoch beobachten wir ein verstärktes Investitionsinteresse der arabischen Investoren für Deutschland." Den bisherigen Einzeltransaktionen werden nach Schulz-Wulkows Einschätzung bald weitere Deals folgen. "Weiterverkäufe der internationalen Finanzinvestoren, eine stabile Wirtschaftsentwicklung und eine starke Eigenkapitalbasis dürften hierfür sorgen", so der Marktbeobachter.

Größte Transaktion 2006 war nach Angaben von JLL der Erwerb eines Büro-Portfolios im Volumen von 200 Millionen Euro über die internationale Immobilien-Investmentgesellschaft HDG Mansur. 2007 stand zudem im Zeichen eines Deals von Arab Investments, die ein 300 Millionen Euro schweres Portfolio aus zwölf gemischt genutzten Immobilien in Berlin und Gera erwarb.

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