Bahn-Streik Versöhnliche Töne aus der Kur

Manfred Schell sendet Kompromisssignale aus dem Kuraufenthalt: Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer bietet an, die Gehälter seiner Kollegen langsam über einen längeren Zeitraum steigen zu lassen. Wenn die Bahn Verhandlungen wolle, bräche er dafür auch seine Kur ab.

Hamburg - Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Manfred Schell, hält einen Kompromiss im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn für möglich. "Wir haben schon viele Arbeitskämpfe in Deutschland gehabt. Auch dieser wird mit einem Kompromiss enden, den beide Seiten vertreten können", sagte Schell in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die Gehälter der Lokführer könnten statt in einem großen Sprung auch über mehrere Jahre hinweg angehoben werden, erläuterte Schell. Voraussetzung sei aber ein eigenständiger Tarifvertrag.

Schell, der sich derzeit in Kur befindet, kündigte in dem Blatt an: "Sollte sich die Bahn bewegen und zu wirklichen Verhandlungen bereit sein, bin ich wieder da. Dann werde ich die Kur abbrechen." Bis dahin wisse er die Leitung der Gewerkschaft in guten Händen.

Die GDL fordert einen eigenen Tarifvertrag und deutliche Lohnerhöhungen und hatte am Montag erneute Streiks im Regional- und S-Bahn-Verkehr der Bahn für Donnerstag und Freitag angekündigt.

Sollte die Bahn bis Donnerstag ein "substanziell verbessertes Angebot" vorlegen, werde aber über eine Aussetzung der Streikmaßnahmen nachgedacht. Die Bahn lehnte das jedoch ab und will am Mittwoch einen Ersatzfahrplan bekanntgeben, um die Folgen des erneuten Streiks in Grenzen zu halten.

manager-magazin.de mit material von ddp

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