Montag, 17. Juni 2019

Volkswagen "Zu viel Technik eingebaut"

Volkswagen will dem Konkurrenten Toyota langfristig den Rang als weltgrößter Autobauer ablaufen. In den USA aber liegt der Konzern noch meilenweit hinter den Japanern. Jetzt greift VW mit einer verblüffenden Idee an: Deutlich weniger Technik, dafür aber deutlich günstigere Modelle.

Frankfurt am Main - Europas größter Autohersteller Volkswagen Börsen-Chart zeigen will Toyota Börsen-Chart zeigen auf dem US-Markt verstärkt Konkurrenz machen und damit die Lücke bei den Absatzzahlen zu seinem japanischen Konkurrenten verkleinern. Dazu sollen die Autos in den USA durch den Verzicht auf kostenintensive Ausstattungsmerkmale günstiger angeboten werden, zitierte das "Wall Street Journal" (Donnerstagausgabe) VW-Chef Martin Winterkorn.

Zu viel des guten: Die Ausstattung der VW-Fahrzeuge für den US-Markt soll künftig abgespeckt werden
"Wir haben definitiv zu viele technische Dinge eingebaut, für die Konsumenten nicht bereit sind zu zahlen", sagte Winterkorn.

Mit der Anpassung der Autos an die Bedürfnisse des US-Marktes könne VW seine Modelle Jetta und Passat mehrere tausend Dollar billiger als derzeit anbieten und damit in etwa das Preisniveau der vergleichbaren Toyota-Modelle Corolla und Camry erreichen.

Auf dem US-Markt liegt Toyota allerdings bislang deutlich vor den Wolfsburgern. Im September verkauften die Japaner rund 213.000 Fahrzeuge auf dem weltgrößten Automarkt, Volkswagen kam mit den beiden Marken VW und Audi nur auf knapp 17.000 Pkw.

Volkswagen hatte kürzlich angekündigt, Toyota bis spätestens 2015 die Krone als weltgrößten Autobauer entreißen zu wollen. Bis 2010 soll der VW-Konzernabsatz früheren Angaben von Winterkorn zufolge auf acht Millionen Autos steigen. Dies wären rund zwei Millionen mehr als im laufenden Jahr.

Volkswagen hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres seinen Autoabsatz um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. Weltweit habe der Konzern von Januar bis September 4,61 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, teilte VW am Donnerstag in Wolfsburg mit. Auf dem deutschen Heimatmarkt ging der Absatz in den ersten neun Monaten allerdings um 3,7 Prozent auf 769.000 Autos zurück.

Im September legte der Autoabsatz von Europas größtem Autohersteller um 6,5 Prozent zu. 545.500 Autos seien im vergangenen Monat weltweit ausgeliefert worden.

Vor allem in Südamerika, in der asiatisch-pazifischen Region und in Zentral- und Osteuropa seien hohe Zuwächse zu verzeichnen, teilte VW mit. Toyota kam zuletzt auf einen Jahresabsatz von neun Millionen Autos.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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