DIW-Herbstprognose Robustes Wachstum

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Prognosen für das deutsche Wirtschaftswachstum für die Jahre 2007 und 2008 gesenkt. Außerdem spricht sich DIW-Präsident Klaus Zimmermann gegen eine Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds aus.

Berlin - Das Wirtschaftswachstum in Deutschland bleibt laut Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) auch in den kommenden beiden Jahren robust. Dies ist das zentrale Ergebnis der am Dienstag veröffentlichten DIW-Herbstprognose. Danach beträgt das Plus bei der realen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr 2,4 Prozent. Für 2008 erwartet das DIW 2,1 Prozent Wachstum, für 2009 eine Rate von 1,7 Prozent.

Als zunehmendes Wachstumshemmnis erweist sich dabei den Angaben zufolge der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Das weltwirtschaftliche Umfeld bleibe günstig. Die aktuellen Probleme auf den Finanzmärkten würden wohl kaum auf die Konjunktur durchschlagen. Die guten Wachstumsaussichten seien vor allem durch die Stärkung der Binnennachfrage begründet.

Bei den Arbeitslosenzahlen erwartet das DIW einen weiteren Rückgang - wenngleich weniger stark als bisher: Die Zahl der Arbeitslosen werde bis 2009 auf rund 3,3 Millionen zurückgehen.

Die Herbstprognose der Bundesregierung soll am 25. Oktober veröffentlicht werden. Laut Meldungen vom Wochenende will die Regierung ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr anheben, für das kommende Jahr aber senken. Für dieses Jahr erwarten die Regierungsexperten nach gegenwärtigem Stand den Angaben zufolge ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. Bislang waren sie von 2,3 Prozent ausgegangen. Für 2008 wollten die Konjunkturfachleute ihre Wachstumserwartung von 2,4 Prozent nach unten "Richtung 2 Prozent" korrigieren. Die Abschwächung sei auf die Auswirkungen der Finanzmarktkrise und den starken Euro zurückzuführen, hieß es zur Begründung.

Das DIW hat sich unterdessen gegen eine Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds ausgesprochen. "Eine Verlängerung könnte zu wieder vermehrter Frühverrentung verleiten", sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann ebenfalls am Dienstag in Berlin. Die Arbeitslosenversicherung sollte nach Ansicht Zimmermanns vor allem das Risiko abfedern, konjunkturbedingt den Arbeitsplatz zu verlieren. "Die soziale Grundidee besteht gerade darin, dass die Arbeitnehmer unabhängig von ihrem individuellen Risikoprofil abgesichert sind", unterstrich der DIW-Präsident

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa-afx

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.