IKB Rotieren an der Spitze

Die IKB ist durch die Kreditkrise noch immer in Turbulenzen. Über Nacht wurden zwei Vorstände abberufen. Außerdem musste erneut eine Gewinnwarnung ausgegeben werden.

Düsseldorf - Die finanziell angeschlagene IKB Deutsche Industriebank hat im Zusammenhang mit der US-Hypothekenmarktkrise erneut eine Gewinnwarnung herausgegeben und weitere personelle Konsequenzen gezogen.

Die wegen der US-Hypothekenkrise in eine Schieflage geratene Mittelstandsbank IKB trennt sich von weiteren Vorständen. Wie die IKB in der Nacht zum Dienstag in Düsseldorf mitteilte, scheiden die Vorstände Markus Guthoff und Frank Braunsfeld mit sofortiger Wirkung aus der Bank aus.

Guthoff sei für den Bereich Immobilienkunden und Strukturierte Finanzierung zuständig gewesen, Braunsfeld für das Risikomanagement sowie für Recht und Verträge. Als Nachfolger wurde bislang lediglich Reinhard Grzesik benannt, der zum 15. Oktober das Finanzressort übernommen habe. Wie die IKB weiter mitteilte, hatte ein Bericht von PricewaterhouseCoopers (PwC) zur Entstehung der Schieflage Schwachstellen in einigen Bereichen des Risikomanagements moniert.

Schwächen bei der Risikostreuung

Schwächen bei der Risikostreuung

Aufsichtsrat und Vorstand hätten den Bericht ausgewertet und stimmten mit der Risikoeinschätzung von PwC überein. Ein zentraler Kritikpunkt des Berichts seien Schwachstellen in Teilen der Risikoanalyse und -steuerung gewesen. Entscheidungen über umfangreiche Investitionen bei zweitklassigen US-Hypothekenkrediten hätten ohne angemessene Kontrolle getätigt werden können.

Ferner komme die PwC-Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der Aufsichtsrat vom Vorstand über die Risiken aus dem Subprime- Engagement nicht ausreichend informiert worden sei. Zudem habe der Vorstand den Aufsichtsrat insgesamt nur unzureichend über das wirtschaftliche Gesamtbild der IKB informiert.

Zudem beschloss die Bank, dass die bislang außerbilanziell geführte Zweckgesellschaft Rhineland Funding rückwirkend zum 31. März 2007 im nach den internationalen Bilanzierungsregeln IFRS geführten Konzernabschluss konsolidiert werde.

Durch die Änderung im IFRS-Abschluss werde der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2006/07 um bis zu 180 Millionen Euro verringert. Im Juni hatte die IKB für 2006/07 noch ein operatives Ergebnis von 263 Millionen Euro berichtet. Der IKB-Vorstand prüfe des Weiteren eine Änderung des Einzelabschlusses nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) zum 31. März 2007.

Für das laufende Geschäftsjahr schätzt der Vorstand wegen höherer erwarteter Sanierungskosten, dass der prognostizierte Jahresverlust laut HGB auf rund 500 Millionen Euro steigen wird. Ursprünglich hatte die Bank hier ein Minus von 400 Millionen bis 450 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Prognose eines Jahresverlusts von bis zu 700 Millionen Euro für den IKB-Konzern nach IFRS hielt die Bank jedoch aufrecht.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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