Tarifstreit GDL lehnt neues Angebot der Bahn ab

Die Deutsche Bahn hat der Lokführergewerkschaft GDL einen eigenen Tarifvertrag, eine Lohnerhöhung von 10 Prozent sowie eine Einmalzahlung angeboten. Die GDL lehnt die neue Offerte jedoch ab: Das Angebot enthalte "nichts Neues".

Berlin - Die Deutsche Bahn hat der Lokführergewerkschaft GDL am Montag einen eigenen Tarifvertrag angeboten, der sich eng an dem bisherigen Abschluss mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA anlehnt.

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale sagte am Montag in Berlin, die Offerte sehe neben den bereits angebotenen 4,5 Prozent Tariferhöhung und 5,5 Prozent für Überstunden eine Einmalzahlung von 2000 Euro vor. Die Einmalzahlung soll für das laufende Jahr erfolgen und könnte noch vor Weihnachten zur Auszahlung kommen.

Zudem biete die DB den Mitarbeitern freundlichere Arbeitszeiten und bessere Aufstiegschancen. "Wir erwarten von der GDL, dass zügig Verhandlungen aufgenommen werden", sagte Suckale.

GDL lehnt ab - "Angebot unzureichend"

Bei der GDL ist man von dem neuen Angebot jedoch wenig begeistert: "Das ist kein neues Angebot", sagt GDL-Vizechef Günther Kinscher zu SPIEGEL ONLINE.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat daraufhin das neue Angebot der Deutschen Bahn abgelehnt. Das teilte die GDL am Montagnachmittag in Frankfurt am Main mit.

"Wir erkennen in diesem Angebot im Grunde nichts Neues", sagte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell am Montag in Frankfurt. Es unterscheide sich von dem Tarifabschluss mit anderen Gewerkschaften nur darin, dass bereits geleistete Überstunden mit 1400 Euro bezahlt werden sollten. "Das Angebot ist in jedem Fall unzureichend", sagte Schell.

Die in der GDL organisierten Lokführer hatten zur Durchsetzung ihrer Forderung am vergangenen Freitag im Nah- und Regionalverkehr die Arbeit erneut niedergelegt und damit bundesweit erhebliche Störungen verursacht. Zentrales Anliegen der GDL ist ein eigener Tarifvertrag für ihre Mitglieder. Darüber hinaus hatte sie zeitweise 31-prozentige Lohnerhöhungen gefordert.

manager-magazin.de mit Material von dpa