Streik am Freitag Bahn und GDL verhandeln wieder

Im Tarifstreit mit der Lokführergewerkschaft GDL will die Bahn bis Montag ein neues Angebot vorlegen. Dennoch will die Lokführergewerkschaft am Freitag im Nahverkehr der Deutschen Bahn ganztägig streiken.

Berlin - Am Montag werde ein neues Angebot vorgelegt, bestätigte ein Konzernsprecher am Donnerstagabend nach einem Spitzentreffen von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn mit GDL-Chef Manfred Schell. Werner Müller, Aufsichtsratschef der Bahn, hatte die beiden Parteien an einen Tisch gebeten.

Schell sagte, der bundesweite, 22-stündige Lokführer-Streik im Regionalverkehr am Freitag werde dennoch wie geplant stattfinden. Ob dann weiter gestreikt werde, hänge von der Güte des Angebots ab. Mehdorn und Schell hatten in der Konzernzentrale in Berlin mehr als drei Stunden zusammengesessen.

Der Streik werde von 2.00 Uhr bis 24.00 Uhr bundesweit geführt, hieß es von Seiten der Gewerkschaft. Schell sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir gehen davon aus, dass die Arbeistkampfmaßnahmen Erfolg haben und dass so wenig wie möglich fährt." Eine Absage des Streiks wegen des Treffens mit Mehdorn hatte Schell ausgeschlossen. Es sei möglich, dass auch der Fernverkehr in Mitleidenschaft gezogen werde - "allerdings ohne unser direktes Zutun", sagte Schell.

GDL-Chef Manfred Schell machte einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer erneut zur Bedingung für ein Abrücken von der Forderung nach 31 Prozent mehr Lohn. Die Bahn lehnt das ab.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters