Speditionen Das Laster der Lasterbranche

Kartellbehörden haben weltweit zu einer Untersuchung der Speditionsbranche ausgeholt. Ihnen werden möglicherrweise Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht vorgeworfen. Ins Visier der Ermittler sind unter anderem die Schweizer Konzerne Kühne + Nagel und Panalpina geraten sowie ihre deutschen Konkurrenten Schenker und DHL.

Hamburg - Die Europäische Kommission hat heute die Büros internationaler Spediteure durchsuchen lassen. Die Hausbesuche seien Teil einer Kartelluntersuchung, sagte ein Sprecher in Brüssel. Es gebe Anlass zu der Vermutung, dass die betroffenen Firmen Bestimmungen verletzt hätten. Dies bedeute aber noch nicht, dass die betroffenen Firmen schuldig seien, hieß es in der Mitteilung.

Das Justizministerium in Washington erklärte, auch in den USA würden die Wettbewerbshüter mögliche Verstöße untersuchen. Dabei arbeite man unter anderem mit den europäischen Behörden zusammen.

Betroffen von den Hausdurchsuchungen waren unter anderem die Schweizer Logistikkonzerne Kühne + Nagel  sowie Panalpina, von denen auch Filialen in Großbritannien und in den USA durchsucht worden sind.

Das Management von Kühne + Nagel betonte mittlerweile, keine Kenntnisse von Verstößen zu haben und sagte den Ermittlungsbehörden seine Kooperation zu. Die eingeleiteten Maßnahmen seien überzogen. Die US-Konzerne FedEx  und United Parcel Service  wollten sich zu den Nachrichten nicht äußern.

Auch die Logistiktöchter der deutschen Bahn und der Post , Schenker und DHL, sind ins Visier der europäischen Wettbewerbsbehörden und des Bundeskartellamtes geraten. "Wir können bestätigen, dass gestern nach einem Nachprüfungsauftrag der EU-Kommission Vertreter der Generaldirektion Wettbewerb sowie des Bundeskartellamtes ihre Arbeit bei der Schenker AG in Essen aufgenommen haben", sagte ein Unternehmenssprecher.

Auch Schenker-Niederlassungen in Südafrika, der Schweiz und den USA seien untersucht worden. Schenker werde die Arbeit der Behörden in allen Belangen unterstützen und zur Klärung des Sachverhalts beitragen. Zum Inhalt der Ermittlungen wollte er keine Angaben machen.

Eine DHL-Sprecherin in Bonn bestätigte ebenfalls, dass ihr Unternehmen von den Behörden der Europäischen Union kontaktiert wurde. Nähere Angaben zur Art des Kontakts wollte sie allerdings nicht machen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und reuters