Konjunktur Künftig etwas weniger Dampf

Geht es nach dem Internationalen Währungsfonds, wächst die deutsche Wirtschaft 2008 etwas langsamer als bislang prognostiziert. Das gleiche gilt für andere Länder wie zum Beispiel Frankreich.

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im kommenden Jahr einem Medienbericht zufolge heruntergeschraubt. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montagabend meldete, erwartet der IWF für Deutschland nun ein Wachstum von 2 Prozent.

Ende Juli war er noch von 2,4 Prozent ausgegangen. Laut IWF besteht weiterhin die Sorge, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten zunehmen und einen noch deutlichere konjunkturelle Abschwächung weltweit verursachen könnten. Angesichts der Risiken eines Abwärtstrends könne die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen auf kurze Sicht unverändert lassen, erklärte der IWF.

Wenn diese Risiken für Wachstum und Inflation weiter nachließen, könne eine weitere geldpolitische Straffung notwendig werden, hieß es. Die Agentur zitierte aus einem Entwurf für den weltweiten Ausblick, den der IWF in der kommenden Woche veröffentlichen will. Demnach erwartet der IWF auch für Großbritannien und Frankreich ein geringeres Wachstum als bislang prognostiziert. Für das Königreich gehen die Experten dem Bericht zufolge nun von 2,3 statt 2,7 Prozent aus. In Frankreich erwarten sie ein Wachstum von 2 statt 2,3 Prozent.

Da passt es in das Bild, dass auch der deutsche Handelsbilanzüberschuss im August niedriger als erwartet ausgefallen ist. Der Überschuss habe im August bei 14,1 Milliarden Euro gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Volkswirte hatten zuvor mit einem Überschuss von 16,5 Milliarden Euro gerechnet. Im August 2006 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz 11,0 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss im August 2007 bei 15,3 Milliarden Euro.

Dennoch stiegen die deutschen Ausfuhren im August im Jahresvergleich um 12,4 Prozent. Die Einfuhren kletterten um 9,5 Prozent. Kalender- und saisonbereinigt stiegen die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um 3 Prozent und die Einfuhren um 5,6 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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