Peer Steinbrück "Eigentum verpflichtet"

Finanzminister Peer Steinbrück fordert im Gespräch mit manager magazin, dass reiche Deutsche im Land bleiben und sich hier engagieren sollen. Zudem erklärte der SPD-Politiker, mit ihm werde es in dieser Legislaturperiode keine weiteren Steuersenkungen geben.

Hamburg - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat von reichen Bundesbürgern mehr gesellschaftliches Engagement gefordert. "Ich glaube, dass Eigentum verpflichtet - also verpflichtet viel Eigentum zu großer Verantwortung", sagte Steinbrück in einem Interview mit dem manager magazin, das mit dem Sonderheft "Die 300 reichsten Deutschen" seit heute (Dienstag, 9. Oktober) am Kiosk erhältlich ist.

Wer über viel Geld verfüge, müsse "eine besondere Vorbildfunktion wahrnehmen". Diese Rolle spielten heute aber weniger Wohlhabende als noch vor einigen Jahrzehnten.

Insbesondere kritisierte Steinbrück den Fortzug ins steuerlich günstigere Ausland. Schließlich fuße privater Reichtum auch auf Leistungen des Staates und der Gesellschaft. "Das verpflichtet, das mahne ich an."

Steinbrück äußerte die Meinung, die Bundesrepublik habe Wohlhabenden "viel zu bieten", etwa sozialen Frieden, ein funktionsfähiges Rechtssystem und eine hervorragende Infrastruktur. "Das sind doch die verlässlichen Grundlagen des privaten Reichtums, und sie sind der Garant, dass er erhalten bleibt." Die Steuerlast liege international im Mittelfeld.

Darüber hinaus kündigte Steinbrück an, mit ihm als Finanzminister werde es in dieser Legislaturperiode keine Steuersenkungen mehr geben. Im Übrigen sei zu prüfen, "inwieweit hohe Erbschaften stärker zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben herangezogen werden können".