Konjunktur Schwindende Erwartungen

Angesichts von Kreditkrise und schwachem Dollar senkt die Bundesregierung offenbar ihre Wachstumsprognose für 2008. Laut Medienberichten wird mittlerweile nicht mehr ein BIP-Zuwachs von 2,4 Prozent, sondern nur noch von 2 Prozent erwartet.

Frankfurt am Main - Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag weiter berichtete, will das Ministerium seine neue Prognose am 25. Oktober veröffentlichen. Bis dahin liegen auch die Ergebnisse des Gemeinschaftsgutachtens der Wirtschaftsinstitute vor und können berücksichtigt werden. Das Bruttoinlandsprodukt war im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent gestiegen. Für das laufende Jahr erwartet Wirtschaftsminister Michael Glos ein Plus von 2,3 Prozent.

Ein schwächeres Wachstum hätte negative Auswirkungen auf die Steuereinnahmen und damit auf den Haushalt von Bund und Ländern. Haushaltsexperten aus Koalition und Opposition hatten deshalb bereits verlangt, die Haushaltsplanung des Bundes für das kommende Jahr zu überdenken. Ein schwächeres Wirtschaftswachstum würde auch den weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit erschweren und für weniger neue Stellen sorgen.

Mit der erwarteten Eintrübung des Wirtschaftswachstums im kommenden Jahr liegt das Ministerium auf der Linie der meisten Wirtschaftsforscher. Dort wird vor allem der gegenüber dem Euro schwache Dollar als Grund dafür ins Feld geführt. Auch seien die Auswirkungen der Krise auf den amerikanischen Hypothekenmarkt, die Folgen des weiterhin hohen Ölpreises und der schwächelnden amerikanischen Konjunktur nicht absehbar.

Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel hatte seine Wachstumsprognose für das nächste Jahr zuletzt von 2,7 auf 2,4 Prozent gesenkt. Für dieses Jahr erwartet das Institut immer noch einen Zuwachs um 2,7 Prozent.

Auch in Großbritannien stellt man sich wegen der Kreditkrise offenbar auf ein niedrigeres Wachstum ein. Das deutete zumindest vor wenigen Tagen Großbritanniens Finanzminister Alistair Darling in der "Financial Times" an. Offiziell ist allerdings noch nichts.

Die britische Regierung hat für dieses Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 2,75 bis 3 Prozent prognostiziert. Für 2008 sagt sie derzeit 2,5 bis 3 Prozent voraus.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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