Staatsfonds und Co. "Asiatische Unternehmen sind willkommen"

Mit einem klaren Bekenntnis gegen die Errichtung von Schutzmauern gegen Investoren und Staatsfonds aus Asien ist die 11. Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Seoul zu Ende gegangen.

Seoul/Hamburg – "Asiatische Unternehmen sind willkommen", sagte BASF-Chef und Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Jürgen Hambrecht, zum Abschluss der zweitägigen Tagung am Samstag in der südkoreanischen Hauptstadt. Es spiele dabei auch keine Rolle, ob es sich bei den Investoren um private oder staatliche Fonds handele.

Was sich bei den Vorträgen und Gesprächen der über 500 Teilnehmer herausgearbeitet habe, sei die Erkenntnis, dass die deutsche Wirtschaft "keine chinesische Mauer" brauche, betonte Hambrecht. Sie setze deshalb auf wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen. Das sei ein wichtiges Thema gewesen. Partnerschaft bedeute aber auch, dass man fair miteinander umgehe und sich gegen unfaire Praktiken wehre.

An der Asien-Pazifik-Konferenz (APK) beteiligte sich auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der zum Schluss wie bereits zur Eröffnung die strategische Bedeutung der wachsenden Märkte in Asien für die deutsche Wirtschaft bekräftigte. Es gehe es darum, Asien als Chance zu sehen und gegen die "Angstmache, was die Globalisierung angeht", vorzugehen.

Bei der APK als wichtigstem Treffen aller am Asiengeschäft interessierten deutschen Unternehmen ging es in Seoul auch um Klimaschutz, Öko-Energie und Energieeffizienz. Die APK fand erstmals 1986 statt. Die nächste Tagung ist für das Frühjahr 2010 in Singapur geplant.

Laut einer Vorabmeldung des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL verwalten Staatsfonds weltweit mittlerweile über 2,5 Billionen Dollar – und damit deutlich mehr als die Hedgefonds, die es nach den jüngsten Mittelabflüssen infolge der US-Immobilienkrise noch auf etwa 1,5 bis 2 Billionen Dollar bringen.

Zu dieser Einschätzung kommen laut SPIEGEL Experten der Investmentbank Morgan Stanley. Mit ähnlichen Zahlen operierten auch Beamte des Bundesfinanzministeriums und der Internationale Währungsfonds. Der Umgang mit Staatsfonds – der größte mit einem Volumen von 875 Milliarden Dollar sitzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten – werde deshalb auch auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank vom 20. bis zum 22. Oktober in Washington eine große Rolle spielen.

Die Bundesregierung arbeitet nach wie vor an Vorschlägen, wie sie Macht und Einfluss dieser Investmentvehikel, vor allem bei Käufen deutscher Firmen, einschränken kann. Unterdessen wittern die großen Investmentbanken ein riesiges Geschäft. Jede dieser Banken arbeitet derzeit daran, Teams aufzustellen und zu etablieren, die sich auf die Beratung der großen Staatsfonds spezialisieren. Zuletzt war die Volksrepublik China mit 200 Milliarden Dollar an den Start gegangen

manager-magazin.de mit Material von dpa