ABN Amro Chronik einer Übernahmeschlacht

Der Kampf um die bislang größte Bankenübernahme der Welt ist am Freitag zu Ende gegangen. Die britische Bank Barclays hat ihr Übernahmeangebot für die niederländische ABN Amro zurückgezogen. Das bis dahin konkurrierende Konsortium um die Royal Bank of Scotland bleibt damit der einzige Bieter für ABN Amro.

21. Februar 2007: Der britische Hedgefonds und ABN-Aktionär TCI verkündet, ABN Amro sei deutlich unterbewertet und solle sich mit einem Rivalen zusammenschließen oder zerschlagen werden. Nach dem Vorstoß von TCI steigt der Druck auf ABN zu einem radikalen Kurswechsel. Die Bank spricht sich gegen die Vorschläge aus.

7. März: Der britische Fonds Toscafund schließt sich den Forderungen nach einer Aufspaltung an.

19. März: ABN Amro bestätigt Fusionsgespräche mit Barclays.

28. März: ABN kündigt an, die Aktionäre über die TCI-Vorschläge zu einer Aufspaltung abstimmen zu lassen. Das Management empfiehlt eine Ablehnung.

13. April: Ein Konsortium aus Royal Bank of Scotland , der spanischen Santander und dem belgischen Finanzinstitut Fortis bestätigt ein Interesse an ABN Amro und fordert Einblick in die Bücher.

23. April: Barclays und ABN einigen sich auf eine Fusion im Wert von rund 65 Milliarden Euro. Das ABN-Direktorium will sich zwar gemäß seinen treuhänderischen Pflichten noch weitere Angebote anhören, hält die Barclays-Offerte aber für die "beste Option". Gleichzeitig vereinbart ABN den Verkauf seiner US-Tochter LaSalle an die Bank of America für rund 15 Milliarden Euro - dies gilt als Versuch, andere Übernahmeangebote zu erschweren.

26. April: ABN-Aktionäre stimmen auf der Hauptversammlung für die TCI-Vorschläge, die Bank entweder zu zerschlagen oder zu verkaufen.

27. April: Die ABN-Aktionärsvereinigung VEB kündigt Klage gegen den Verkauf der US-Tochter LaSalle an. Sie begründen dies damit, dass die Veräußerung rivalisierende Offerten erschwere.

3. Mai: Ein niederländisches Handelsgericht stoppt den Verkauf von LaSalle. Diese Entscheidung müssten die Aktionäre treffen, hieß es zur Begründung.

4. Mai: Die Bank of America verklagt ABN wegen des auf Eis liegenden LaSalle-Verkaufs.

15. Mai: Die Bank of America ficht das Urteil des Handelsgerichts vor dem Obersten Gerichtshof der Niederlande an.

29. Mai: Das Konsortium um RBS legt ein Angebot für ABN mit einem Volumen von mehr als 71 Milliarden Euro vor. Es schließt ausdrücklich LaSalle mit ein.

13. Juli: Das Oberste Gericht urteilt, dass ABN mit dem LaSalle-Verkauf fortfahren kann.

16. Juli: Das Konsortium um RBS bessert sein Angebot auf und erhöht unter anderem den Baranteil der Offerte.

30. Juli: Die ABN-Führung zieht ihre Empfehlung für das Barclays-Gebot zurück.

17. September: Die ABN-Führung sieht wegen des gesunkenen Barclays-Aktienkurses kaum noch Chancen für das Barclays-Angebot.

1. Oktober: ABN schließt Verkauf von LaSalle ab.

4. Oktober: Die Annahmefristen für die Angebote von Barclays und RBS laufen ab. Barclays zieht ihr Angebot für ABN Amro zurück und kündigt zugleich einen Aktienrückkauf an. Das Bankenkonsortium um die Royal Bank of Scotland (RBS) bleibt mit seinem höheren Angebot als einziges im Rennen für ABN Amro

10. Oktober: Das RBS-Konsortium muss bekanntgeben, wie viele ABN-Aktien ihm angeboten wurden.

11./12. Oktober: Bis zu diesen Fristen muss das RBS-Konsortium erklären, ob ihr Angebot verbindlich wird.

manager-mgazin.de mit Material von reuters

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