ABN Amro Barclays gibt auf

Die britische Bank Barclays hat ihr Übernahmeangebot für die niederländische Bank ABN Amro zurückgezogen. Damit ist der Weg frei für die Royal Bank of Scotland, die mit ihren Partnern rund 70 Milliarden Euro bietet. Barclays kauft jetzt eigene Aktien zurück und fordert Entschädigung von ABN.

London - Die Bedingungen für die Offerte seien nicht erfüllt worden, begründete das britische Kreditinstitut am Freitag den Schritt. Barclays  hatte unter anderem zum Stichtag 4. Oktober 80 Prozent an ABN Amro  halten wollen. Nun verlangt Barclays von ABN 200 Millionen Euro Entschädigung für die fehlgeschlagene Übernahme.

Parallel zum Scheitern des Übernahmeangebots für ABN Amro kündigte Barclays ein neues Aktienrückkauf-Programm an. Bis zu 1,55 Milliarden Pfund (2,22 Mrd Euro) stellt die Bank dafür zur Verfügung. Sie will bis zu 196 Millionen eigene Aktien einsammeln.

Mit der Rücknahme der Übernahmeofferte bleibt das rivalisierende Bankenkonsortium aus der Royal Bank of Scotland  (RBS), der spanischen Bank Santander  und dem belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis  mit seinem höheren Angebot als einziges im Rennen um ABN.

Es gilt als sicher, dass das Angebot dieses Konsortiums Erfolg haben wird. Das Konsortium bietet etwa 70,3 Milliarden Euro, davon 93 Prozent in bar, für die Amsterdamer Bank. Damit liegt die Offerte weit über den 58 Milliarden Euro in bar und Aktien, die Barclays geboten hatte. Es handelt sich um die bisher größte Übernahme im Bankensektor. ABN Amro soll unter den Käufern aufgeteilt werden.

M&A: Die wichtigsten Deals

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.