Donnerstag, 27. Juni 2019

Karmann Drastischer Stellenabbau

Der Autozulieferer Karmann will wegen der schwachen Auftragslage jede dritte Stelle in Deutschland streichen. Bis Ende 2008 sollen am Stammsitz in Osnabrück und in Rheine fast 1800 von 5000 Arbeitsplätzen im Inland gestrichen werden.

Osnabrück - Im westfälischen Rheine baut Karmann bisher das Audi A4 Cabrio, der Auftrag läuft aber aus. Von Herbst 2008 bleiben dort damit gerade noch 100 von 1000 Stellen übrig. Künftig sollten in Rheine nur noch Cabriodächer gebaut werden.

Massiver Jobabbau: Der Fahrzeugbauer Karmann streicht 1770 Stellen
Auch in Osnabrück, wo unter anderem der Mercedes CLK von Daimler gebaut wird, drohe 2009 die Schließung des Baus ganzer Fahrzeuge, "wenn es nicht gelingt, bis Juli 2008 einen Nachfolgeauftrag für die Produktion zu gewinnen", hieß es.

Zunächst sollen in Osnabrück binnen eines Jahres 870 Stellen gestrichen werden. Im Gesamtfahrzeugbau arbeiten bei Karmann insgesamt rund 2400 Menschen - nach den Stellenstreichungen blieben davon nur noch gut 600 übrig.

"Wir sind mit einer Realität konfrontiert, die massive Schritte unvermeidbar macht", sagte Geschäftsführer Peter Harbig. Verhandlungen mit dem Betriebsrat würden geführt.

"In Deutschland ist seit fünf Jahren kein neuer Auftrag zur Fertigung von Gesamtfahrzeugen vergeben worden", sagte ein Sprecher. Viele Autobauer hatten den Bau von Nischenmodellen an Firmen wie Karmann, die finnische Valmet oder Magna Steyr vergeben. Inzwischen holen sie die Produktion verstärkt ins eigene Haus zurück, um ihre Werke besser auszulasten.

Karmann schließt nun ein Abrutschen in die Verlustzone nicht aus. "Im nächsten Jahr könnte dies ein Thema sein", sagte der Sprecher der Karmann-Geschäftsführung, Peter Harbig, am Dienstag in einer Telefon-Pressekonferenz. Für 2007 werde ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt.

2006 hatte Karmann mit weltweit 7000 Mitarbeitern 1,9 Milliarden Euro umgesetzt. Wegen des schleppenden Verkaufs des Chrysler Crossfire waren bereits 700 Stellen weggefallen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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