Airbus/Boeing Showdown im Subventionsstreit

Im Subventionsstreit wegen illegaler Unterstützungen für die Luftfahrtindustrie macht die EU jetzt die Gegenrechnung auf: Nach Ansicht der Europäer sind die USA für Milliardeneinbußen bei Airbus verantwortlich, die ihrerseits bereits Klage vor der WTO erhoben haben. Im Falle von Schuldsprüchen drohen massive Handelssanktionen.

Genf - Zwischen 2004 und 2006 habe der Airbus-Erzrivale Boeing  unrechtmäßige Staatsbeihilfen von etwa fünf Milliarden Dollar erhalten, sagte ein EU-Vertreter bei der jüngsten Anhörung vor der Welthandelsorganisation (WTO) am Mittwoch in Genf.

Der US-Konzern habe mit dem Geld die Preise für seine Flugzeuge niedrig gehalten und die Entwicklung seines neuen 787 Dreamliner vorangetrieben. Als Folge habe Airbus Umsatzeinbußen von 27 Milliarden Dollar erlitten.

Die USA wiesen die Vorwürfe als überzogen zurück. "Die EU will mit ihren Anschuldigungen von ihren massiven Subventionen ablenken", sagte eine US-Sprecherin. Die EU und USA haben sich in dem seit 2004 schwelenden Streit gegenseitig vor der WTO verklagt.

Im Falle von Schuldsprüchen drohen erhebliche Handelssanktionen. Allerdings könnten bis dahin noch zwei Jahre vergehen. Die USA rechtfertigen einen Teil der Beihilfen damit, dass Boeing Forschungsarbeiten für die Raumfahrtbehörde Nasa und das Verteidigungsministerium ausgeführt habe.

Die EU bezeichnet dies aber als unzutreffend und irreführend. Schließlich könne Boeing bei der Entwicklung von Zivilflugzeugen auch von der Rüstungstechnologie profitieren. Zudem seien die Forschungszuschüsse nie zurückgezahlt worden.

Die USA halten der EU illegale Beihilfen in Höhe von 205 Milliarden Dollar vor. Die EU weist diese Summe als übertrieben zurück. Mit der gleichen Berechnung könne die EU die Boeing-Beihilfen auf 305 Milliarden Dollar aufblähen, anstatt der veranschlagten 23,7 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von reuters