Konjunktur Der robuste Arbeitsmarkt

Da mögen die Finanzmärkte kriseln - der deutsche Arbeitsmarkt erholt sich weiter. Das ist das Ergebnis der aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. "Keine Eintrübung der Lage", so das Fazit der Behörde.

Nürnberg - Die Finanzmarktkrise und die leichte Eintrübung der Stimmung in der Wirtschaft schlägt noch nicht auf den Arbeitsmarkt durch. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist nach Expertenberechnungen im September um gut 100.000 gesunken. Mit knapp unter 3,6 Millionen erreicht sie den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) bewegt sich die Einstellungsbereitschaft der deutschen Wirtschaft weiter auf sehr hohem Niveau. Auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes zeige sich "bisher keine Eintrübung der Lage", berichtete die BA am Mittwoch in Nürnberg.

Der BA-X, Stellenindex der Bundesagentur, erreichte mit 223 Punkten im September einen neuen Höchststand. Das sind zum dritten Mal in Folge jeweils drei Punkte mehr als im Vormonat und 56 Punkte mehr als vor einem Jahr. Der Stellenindex habe seinen Aufwärtstrend verstetigt. "Die Unternehmen dehnen ihre Suche nach überwiegend gut qualifizierten Mitarbeitern vor allem in den Online-Medien sogar noch aus", berichtete die BA.

Auch nach Ansicht der Analysten der deutschen Großbanken ist das Wirtschaftswachstum weiterhin stark genug, um für mehr Beschäftigung zu sorgen. So erwarten die Experten für September einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen um bis zu 40.000. In diesen Zahlen spiegeln sich die konjunkturellen Einflüsse auf den Arbeitsmarkt wider. Ein ähnliches Bild liefert der Jahresvergleich der absoluten Arbeitslosenzahlen. Sie lagen im August mit 3,705 Millionen um mehr als 660.000 unter dem Vorjahreswert. Die offiziellen Zahlen gibt die Bundesagentur an diesem Donnerstag in Nürnberg bekannt.

An Geringqualifizierten geht der Konjunkturaufschwung aber weiterhin vorbei. Einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg zufolge ist die Arbeitslosigkeit bei Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung zweieinhalb Mal so hoch wie bei Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und sechsmal höher als bei Akademikern. Dieser langfristige Trend halte unverändert an, berichtete das IAB am Mittwoch.

manager-magazin.de mit Material von dpa