ABN-Amro Frontbewegungen

Im Übernahmekampf um ABN Amro tut sich was: Das Bieterkonsortium um die Royal Bank of Scotland hat offenbar seinen Anteil an der niederländischen Bank verdoppelt. Auch der Finanzkonzern ING stockte deutlich auf.

Amsterdam – Das Bieterkonsortium um die Royal Bank of Scotland  hat einem Zeitungsbericht zufolge seinen Anteil an der niederländischen Bank ABN Amro  auf mehr als 8 Prozent verdoppelt.

Dadurch habe die Investorengruppe ihre Kosten im Falle einer erfolgreichen Übernahme von ABN Amro um etwa 1 Prozent reduziert, berichtete die "Financial Times" am Mittwoch weiter. Die Aufstockung sei unter anderem über den Kauf von Optionen bewerkstelligt worden.

Das Konsortium, zu dem neben der RBS auch die belgisch-niederländische Bank Fortis  und die spanische Santander  gehören, bietet 37,76 Euro pro ABN-Aktie. Der britische Bieterrivale Barclays  will etwa 31 Euro pro ABN-Aktien zahlen.

Anders als Barclays will das Trio die niederländische Großbank anschließend unter sich aufteilen. Mit 71 Milliarden Euro liegt das Gebot deutlich über dem von Barclays. Wer auch immer den Zuschlag erhält, der Multi-Milliarden-Dollar-Zukauf wäre der größte in der Bankengeschichte.

Auch der niederländische Finanzkonzern ING  stockte unterdessen seinen Anteil am heimischen Konkurrenten ABN Amro auf. Das Unternehmen hält nun 10,03 nach 9,97 Prozent des Grundkapitals, wie aus einer Mitteilung an die niederländische Börsenaufsicht vom Mittwoch hervorgeht. Die Stimmrechte erhöhten sich von 2,19 auf 2,30 Prozent.

Die ING hatte mehrfach betont, nicht in den Übernahmekampf eingreifen, sondern ihre ABN-Anteile verkaufen zu wollen - an wen, ist unklar.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa