Korruption Die Schmier-Meister

Somalia und Myanmar sind die korruptesten Länder der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie von Transparency International. Besser sieht es in Dänemark, Finnland und Neuseeland aus. Deutschland liegt unverändert auf Rang 16.

Berlin - Bei der Bekämpfung der Korruption hat Deutschland im vergangenen Jahr keine signifikanten Fortschritte erzielen können. Dennoch ist nach Angaben von Transpareny International (TI) Besserung in Sicht. Deutschland belegt laut dem am Mittwoch vorgestellten Korruptionswahrnehmungsindex 2007 wie in den beiden Vorjahren den 16. Rang von in diesem Jahr 179 Staaten.

Den Antikorruptionswächtern zufolge gebe es aber "Hinweise über einen Stimmungswandel" bei deutschen Unternehmen: Immer mehr Firmen würden sich des größeren Risikos bewusst, "entdeckt und verfolgt" zu werden. Diskussionen um die Rechtfertigung von Managergehältern hätten etwa den öffentlichen Druck verstärkt.

Zudem sei eine Zunahme der "internen Aktivitäten" und des überbetrieblichen Erfahrungsaustausch zur Prävention von Korruption feststellbar. Bis zum Bekanntwerden des Siemens-Korruptionsskandals seien die Anstrengungen deutscher Firmen, Auslandsbestechung zu vermeiden und zu bekämpfen, eher zurückhaltend gewesen, hieß es weiter.

Führend in der Rangliste 2007 sind TI zufolge Dänemark, Finnland und Neuseeland. Am schlechtesten schnitten Irak, Myanmar (ehemals Birma) sowie als Schlusslicht Somalia ab. Der Index listet Länder nach dem Grad der bei Amtsträgern und Politikern wahrgenommenen Korruption auf.

Eine vorbildliche Korruptionsbekämpfung wird dagegen Dänemark, Finnland und Neuseeland bescheinigt. Sie erreichten auf einer Skala von 0 (sehr korrupt) bis 10 (frei von Korruption) jeweils 9,4 Punkte und schnitten damit unter 180 Ländern am besten ab.Myanmar und Somalia erhielten jeweils 1,4 Punkte.

Auswirkungen des Siemens-Skandals

Auswirkungen des Siemens-Skandals

"Von Konflikten zerrissene Länder zahlen einen großen Preis in ihrer Regierungsfähigkeit", erklärte die Vorsitzende der Antikorruptionsorganisation, Huguette Labelle. Wo öffentliche Institutionen verkümmert oder nicht vorhanden seien, plünderten Einzelne die öffentlichen Ressourcen, und die Korruption blühe.

Transparency International fordert von der Bundesregierung stärkeres Engagement gegen Bestechung. "Das Verbot der Auslandsbestechung steht seit acht Jahren im Gesetz, aber geschehen ist bisher nur sehr wenig", kritisierte der Chef der Organisation in Deutschland, Hansjörg Elshorst . Platz 16 könne kein Grund zur Zufriedenheit sein, sagte Elshorst.

Der Korruptionsskandal bei Siemens  beeinflusste die Platzierung Deutschlands in dem Index nicht, die sich auf Bestechung in Deutschland bezieht. Elshorst sagte jedoch voraus, dass die Bundesrepublik wegen des Skandals im Index der Länder abrutschen werde, der sich auf die Schmiergeldzahlungen von Firmen im Ausland bezieht.

Diese zuletzt 2006 erstellte Liste, in der Deutschland derzeit Platz 7 von 30 belegt, soll im kommenden Jahr aktualisiert werden. TI-Vorstand Peter von Blomberg sagte: "Der Siemens-Skandal hat auch unser Vorstellungsvermögen negativ überrascht."

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp, reuters