Ranking Esso verdrängt Opel

Mit dem Opel bei Esso getankt und dann bei McDonald's gegessen - schon kennt man drei der amerikanischen Konzerne, die in Deutschland führend sind. manager-magazin.de zeigt die detaillierte Rangliste der Amerikanischen Handelskammer AmCham.

Frankfurt am Main - Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (American Chamber of Commerce in Germany) hat am Mittwoch das aktuelle, am Umsatz 2006 gemessene Ranking der größten amerikanischen Unternehmen und ihrer Tochterunternehmen in Deutschland vorgestellt.

Die US-Konzerne konnten fast alle ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr steigern oder zumindest halten. Damit erfüllten sich die Erwartungen der Unternehmen, 80 Prozent von ihnen hatten eine Umsatzsteigerung erwartet.

Der Ölkonzern Exxon Mobil  mit seiner Vertriebssparte Esso führt in diesem Jahr die Rangliste der Top-50-US-Unternehmen in Deutschland mit 17 Milliarden Euro Umsatz (inklusive Mineralölsteuer) an. Im Vorjahr lag der Konzern auf Platz 2.

Auch die beiden Automobilhersteller Opel (General Motors ) und Ford  konnten sich trotz der Probleme auf dem Automobilmarkt gut behaupten. Sie folgen auf den Plätzen zwei und drei mit 15,6 Milliarden Euro (Opel) beziehungsweise 15,3 Milliarden Euro (Ford) Umsatz. Im Vorjahr belegte Opel mit 16 Milliarden Euro Umsatz noch Rang eins.

Die Unternehmen auf den ersten drei Plätzen vereinen in der Summe 31,7 Prozent des Gesamtumsatzes der Top-50-Unternehmen. Die Plätze vier und fünf erreichen auch in diesem Jahr GE  mit einem Umsatz von neun Milliarden Euro sowie IBM  mit acht Milliarden Euro - beide Zahlen musste die Amerikanische Handelskammer jedoch schätzen.

Der Tabakkonzern Philip Morris erzielte im Jahr 2006 einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro und liegt damit auf Platz sechs. Der Mineralölkonzern ConocoPhillips , bekannt durch Jet, liegt mit 6,8 Milliarden Euro Umsatz knapp dahinter an siebter Stelle der Rangliste.

Insgesamt haben die größte zehn US-Firmen in Deutschland mit etwa 95 Milliarden Euro knapp 6 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als 2005. Die stärksten Steigerungen lieferten aber 2006 nicht die Top-50-Unternehmen, sondern in Deutschland noch relativ gering vertretene Firmen wie Ebay  und Dell , die massiv in den deutschen Standort investiert haben. Allein das Internet-Unternehmen Ebay hat etwa 1000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die größten US-Arbeitgeber in Deutschland

Die größten US-Arbeitgeber in Deutschland

Das Investitionsvolumen amerikanischer Firmen ist hierzulande mit 130 Milliarden Euro und damit verbundenen 800.000 direkten Arbeitsplätzen so hoch wie in keinem anderen Land. Allerdings haben die größten Firmen auch im vergangenen Jahr die Zahl der Beschäftigten etwas abgebaut. Etwa 50.000 Arbeitsplätze gingen verloren.

Die noch vor wenigen Jahren befürchtete Abwanderung von US-Firmen hat laut AmCham jedoch nicht stattgefunden. Viele Unternehmen haben verschiedene Funktionen aus ihrem Geschäft ins Ausland verlagert, wodurch die hier am Standort verbliebenen Funktionen effizient und mit dem Ausland vernetzt arbeiten konnten, heißt es. Da die globale Verflechtung immer weiter zunimmt, steht Deutschland laut Amerikanischer Handelskammer immer stärker im Wettbewerb mit anderen Ländern.

Spitzenunternehmen bauen Arbeitsplätze ab

Zehn US-Unternehmen beschäftigen laut Studie jeweils mehr als 10.000 Menschen in Deutschland. An Nummer eins steht wie auch im vergangenen Jahr wieder die Schnellimbisskette McDonald's  vor den beiden Automobilherstellern Ford und Opel. Alle drei Unternehmen bauten jedoch im Vergleich zum Vorjahr Arbeitsplätze in Deutschland ab.

Einen großen Sprung noch vorn machte der Getränkehersteller Coca-Cola  von Platz zwölf auf Rang acht. Nicht mehr in der Rangliste zu finden ist dagegen Wal-Mart . Der amerikanische Einzelhändler beendete sein Engagement in Deutschland, die Filialen wurden vom hiesigen Handelskonzern Metro  übernommen.

Die größten Arbeitgeber unter den Top 50 US-Unternehmen in Deutschland

Rang Unternehmen Anzahl der Mitarbeiter in Deutschland
1 McDonald’s Deutschland 1 52.000
2 Ford-Werke 24.000
3 Adam Opel 23.726
4 IBM Group 2 22.000
5 Burger King 16.800
6 Procter Gamble 16.000
7 United Parcel Service Deutschland 15.000
8 Coca-Cola 12.000
9 TRW Automotive 11.300
10 Johnson Controls 10.640
11 GE Deutschland 9.000
12 Hewlett-Packard 8.200
13 Goodyear Dunlop Tires Germany 7.400
14 MTU Aero Engines Holding 7.066
15 Honeywell Deutschland 5.583
16 Deere Company - European Office 5.335
17 Delphi Deutschland 5.200
18 Pfizer Deutschland 5.200
19 Tyco Electronics Corporation 4.800
20 Du Pont de Nemours (Deutschland) 2 4.500
1 inklusive Franchise
2 Schätzung
Stand: September 2007; Quelle: AmCham Germany

Dass der deutsche Standort so gut bei den Amerikanern ankommt, hängt nicht nur mit harten Standortfaktoren wie Rechtssicherheit, Besteuerung oder die Qualität der Arbeitskräfte zusammen. Vielmehr wird Deutschland jenseits des Atlantiks auch mit anderen Augen gesehen. "Über Deutschland spricht man in den USA heute in einem anderen Ton", hat Norbert Quinkert von der amerikanischen Handelskammer AmCham festgestellt. Deutschland habe sich durch die Reformen gewissermaßen an den eigenen Haaren aus der Malaise gezogen. Das werde honoriert.

Deutschland hat bei harten wie weichen Standortfaktoren zwar kräftig aufgeholt. Ob dies aber auch konsequenterweise zu steigenden Investitionen im nächsten Jahr führt, ist nun wieder mehr als fraglich. "Noch im Juli hätte ich erwartet, dass der Umsatz der US-Firmen 2008 um 10 bis 12 Prozent steigen und auch mehr investiert wird", sagte der AmCham-Präsident Fred B. Irwin. Doch seit Juli herrsche wegen der Lage an den Finanzmärkten eine Vertrauenskrise. Das herrsche eine hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung, meint Irwin. Und in einer solchen Lage werde nun mal nicht investiert.

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Rangliste: Umsatzstärkste US-Unternehmen in Deutschland

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