Depfa-HV Grünes Licht für Hypo Real Estate

Hypo Real Estate kann die Depfa Bank übernehmen. Die Depfa-Aktionäre stimmten dem Plan am Montag mit deutlicher Mehrheit zu. Dadurch entsteht eine der größten deutschen Banken mit den Schwerpunkten Immobilien- und Staatsfinanzierung.

Dublin/München - Die Aktionäre der Depfa Bank  haben grünes Licht für die milliardenschwere Übernahme durch Hypo Real Estate (HRE)  gegeben. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Dublin stimmten sie dem Zusammenschluss mit einer Mehrheit von mehr als 98 Prozent zu, wie die Bank am Montag im Anschluss an die Sitzung mitteilte.

Durch die Verschmelzung entsteht eine der größten deutschen Banken mit rund 2000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von rund 385 Milliarden Euro. Sie würde damit den zur Commerzbank  gehörenden Mitbewerber Eurohypo (Bilanzsumme 224 Milliarden Euro) und die Postbank  (185 Milliarden Euro) überholen.

Auch den mit der Hypo Real Estate vereinbarten Fusionsplan segneten die Depfa-Aktionäre mit knapp 94 Prozent ab. Der irische High Court als Bankaufsichtsbehörde habe der Übernahme bereits zugestimmt, hieß es, ebenso die deutsche BaFin. Die Zustimmung des High Court stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Fusionsplans. Mit dieser Genehmigung werde am 2. Oktober gerechnet, wenn in Dublin die hierzu erforderliche Anhörung stattfinde, sagte ein Depfa-Sprecher. Bereits am 3. Oktober soll die im MDax  notierte Depfa-Aktie dann aus dem Handel verschwinden.

HRE-Aktionär will gegen Fusion klagen

"Über die große Zustimmung der Depfa-Aktionäre zu dem Angebot freue ich mich", sagte HRE-Aufsichtsratschef Kurt Viermetz. "Sie zeigt, dass es dem Management - ungeachtet der aktuellen Turbulenzen im Kapitalmarkt - gelungen ist, den überzeugenden strategischen Fit der Transaktion zu vermitteln." Auf der vom irischen High Court einberufenen Hauptversammlung waren rund 58 Prozent des Depfa-Aktienkapitals vertreten.

In Deutschland droht derweil eine Klage gegen den geplanten Zusammenschluss. Wie die HRE unmittelbar vor dem Aktionärstreffen in Dublin mitteilte, habe einer der eigenen Aktionäre aus Deutschland angekündigt, gegen die Transaktion Klage erheben zu wollen. Die HRE halte die angekündigte Klage aber für unbegründet und beabsichtige, die Transaktion wie geplant abzuschließen. Das Verfahren habe auch keinen Einfluss auf die die Eintragung der für den Kauf geplanten Kapitalerhöhung. Das zuständige Landgericht München werde erst nach Durchführung der Übernahme über die Klage entscheiden.

HRE-Kapitalerhöhung um 50 Prozent

HRE-Kapitalerhöhung um 50 Prozent

Die Hypo Real Estate hatte sich Ende Juli mit der Depfa-Führung auf den Zusammenschluss beider Institute geeinigt. Insgesamt will der Immobilienfinanzierer gut fünf Milliarden Euro in bar und eigenen Aktien für die Depfa zahlen. Pro Depfa-Papier offeriert der Münchner Dax-Konzern 0,189 eigene Aktien und 6,80 Euro in bar. Insgesamt will die Hypo Real Estate damit 67 Millionen neue Aktien an die Depfa-Aktionäre ausgeben. Dies entspricht einer Kapitalerhöhung um 50 Prozent. Zur Finanzierung der Barkomponente wurde bereits im Juli eine Pflichtwandelanleihe über 450 Millionen Euro auflegt.

Die Hypo Real Estate erhofft sich von der Übernahme den globalen Zugang zum lukrativen Geschäft mit Finanzierungen für die öffentliche Hand. Die HRE ist in diesem Geschäftsfeld bereits mit der ebenfalls in Dublin ansässigen Tochter Hypo Public Finance aktiv, die nun in einem zweiten Schritt in die Depfa integriert werden soll.

"Die Geschäftsmodelle beider Unternehmen ergänzen sich perfekt und ich bin überzeugt, dass bei dieser Transaktion eins und eins deutlich mehr als zwei ausmachen", sagte Hypo-Real-Estate-Chef Georg Funke nach der Zustimmung aus Dublin. Der Markenname Depfa soll auch nach der Übernahme erhalten bleiben. Die Hypo Real Estate selbst will sich dagegen auf der kommenden Hauptversammlung einen neuen Namen geben, der dem gestiegenen Gewicht des Nicht-Immobilien-Geschäfts in der Gruppe Rechnung trägt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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