Donnerstag, 27. Juni 2019

Betrugsverdacht Vorwürfe gegen Dresdner Bank

Die Schweizer Bankenaufsicht droht der Allianz-Tochter Dresdner Bank Schweiz nach Betrugsvorwürfen mit einem Lizenzentzug. Unter den Opfern soll auch der brasilianische Fußballstar Romario sein, heißt es in einem Pressebericht.

Zürich - Den Vorwürfen zufolge sollen Kunden schlechtere Kurse bei Aktiengeschäften erhalten haben, als sie hätten bekommen sollen. Diese Praxis - Kursschnitt - soll im großen Stil betrieben worden sein, schrieb die in Zürich erscheinende "SonntagsZeitung" ohne nähere Quellenangabe.

Zürich: In der Finanzmetropole hat die Dresdner Bank Quartier bezogen
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Die Bankenaufsicht der Schweiz drohe der Dresdner Bank, ihr die Lizenz zu entziehen, falls diese nicht personelle Maßnahmen ergreife, hieß es. Die Untersuchungen liefen seit Dezember. Eine Stellungnahme der Bankenkommission oder der Dresdner Bank Schweiz lag zunächst nicht vor.

Eines der Opfer der angeblichen Unregelmäßigkeiten bei der Bank sei Stürmerstar Romário de Souza Faria. Er hat laut dem Bericht der Zeitung 2001 bei der Dresdner Bank in Zürich über seinen Berater fünf Millionen Franken (heute drei Millionen Euro) auf ein Konto eingezahlt. Der Berater habe jedoch Zugang zu diesem Konto gehabt und die gesamte Summe in kleineren Tranchen abgezogen. 2005 sei es zu Vergleichsverhandlungen gekommen. Im Geschäftsbericht des Jahres 2005 sei der Betrag in Form von Rückstellungen aufgetaucht, die Bank habe aber den wahren Grund verschleiert und von "Wertberichtigungen auf Abwicklungsverlusten" gesprochen, berichtet die "SonntagsZeitung".

Bankaufsicht forderte personelle Konsequenzen

Die Bank verwaltet in der Schweiz Vermögen in der Höhe von 14 Milliarden Franken (8,5 Milliarden Euro). Die Bankenkommission sei im vergangenen Dezember erstmals bei der Niederlassung in Zürich vorstellig geworden. Im Zuge weiterer Gespräche seien dann Mitglieder des Topmanagements aus Frankfurt nach Bern zitiert worden.

Beim letzten Besuch hätten die Bankwächter sofortige personelle Konsequenzen gefordert. Ein Lizenzentzug bedeutet, dass die Bank ihre Aktivitäten in der Schweiz einstellen müsste. Am vergangenen Montag habe der Bank-Verwaltungsrat intern über das sofortige Ausscheiden von Geschäftsführer Franz-Josef L. und des Leiters des operativen Geschäfts, Thomas L., informiert, berichtet das Blatt weiter.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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