Bahn-Streik Er kommt, er kommt nicht ...

Die Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL setzt zu einem neuen Anlauf für einen separaten Tarifvertrag mit der Bahn an. Gleichzeitig bereitet sich die Gewerkschaft offenbar erneut auf Streiks vor.

Berlin - Eine Sprecherin der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) erklärte am Freitag, nach dem Zerwürfnis zwischen der GDL und den beiden anderen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA bemühe man sich um neue Gesprächstermine mit der Bahn.

Diese sei offenbar auch gesprächsbereit. Die Frage, ob mit dem Krach zwischen den Gewerkschaften nun ab Oktober wieder größere Streikgefahr bestehe, beantwortete die GDL-Sprecherin mit den Worten: "Das muss man sehen." Das hänge vom Verlauf der weiteren Tarifverhandlungen mit der Bahn ab.

GDL-Vize Claus Weselsky war zuvor im Bayern2Radio deutlicher geworden. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass sich die GDL mit Arbeitskampfmaßnahmen die Verhandlungen über einen Tarifvertrag erst erzwingen müsse, sagte er. Die GDL werde aber nicht sofort nach Ablauf der Friedenspflicht am 1. Oktober mit Streiks beginnen.

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA hatten am Vortag der GDL vorgeworfen, sich einer Zusammenarbeit zu verweigern und damit der Schlichtung in dem Tarifstreit zu widersprechen. Nach Weselskys Darstellung dagegen scheiterte eine Vereinbarung aller drei Bahngewerkschaften daran, dass sich Transnet und GDBA nicht an das Ergebnis der Moderation gehalten haben. Die Bahn hatte auf die jüngsten Vorgänge bestürzt reagiert.

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte die Beteiligten auf, eine Eskalation auch im Interesse des Allgemeinwohls und der Volkswirtschaft zu vermeiden.

Die GDL fordert für die Lokführer einen eigenen Tarifvertrag mit einem Einstiegsgehalt von 2500 Euro statt bisher knapp 2000 Euro, in das bestimmte Zulagen integriert werden sollen. Darüber hinaus verlangt sie eine Senkung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp