Schmiergeldskandal 1,5 Milliarden Euro bei Siemens im Dunkeln

Zehn Monate nach Beginn des Schmiergeldskandals bei Siemens liegen laut einem Zeitungsbericht intern die ersten Prüfergebnisse vor und sind dem Aufsichtsrat in München präsentiert worden.

München - Die US-Anwaltskanzlei Debevoise, die Siemens  im Auftrag des Aufsichtsrats durchleuchtet, sei allein in der Telekommunikationssparte (Com) auf dubiose Zahlungen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro gestoßen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise. Die Zahlungen erstreckten sich auf den Zeitraum von 1995 bis 2006.

Die US-Anwälte hätten in der Kraftwerkssparte bereits schwarze Kassen entdeckt, die mit fast 300 Millionen Euro gefüllt waren. Insgesamt habe Debevoise damit bislang fragwürdige Transaktionen über fast 1,5 Milliarden Euro entdeckt.

Gute Nachrichten gibt es dem Bericht zufolge jedoch aus der Autozulieferer-Sparte VDO. Dieser haben die internen Ermittler demnach ein korrektes Geschäftsgebaren bescheinigt, die Prüfungen dort seien abgeschlossen. Der im Juli vereinbarte Verkauf von VDO an den Konkurrenten Continental  könne deshalb unbelastet weitergehen.

Siemens-Sprecher Andreas Schwab erklärte, das Unternehmen wolle sich zu Details laufender Ermittlungen nicht äußern. Siemens unterstütze die Arbeit der internen Kontrolleure und auch der Strafbehörden mit allen Kräften. Siemens hatte im Dezember offiziell dubiose Zahlungen in Höhe von 420 Millionen Euro eingeräumt. Allerdings hatte der Konzern in einem Zwischenbericht im Juli erklärt, es seien weitere deutlich höhere dubiose Zahlungen identifiziert worden. Konkrete Zahlen nannte Siemens jedoch nicht.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und ap