GM Streik bedroht US-Autoindustrie

Die US-Autobranche steckt in der Krise und würde deshalb gerne auch an den Gehältern sparen. In der vergangenen Nacht lief der Tarifvertrag aus, Verhandlungen von General Motors mit den Gewerkschaften blieben aber ohne Ergebnis. Wird der Hersteller bald von einem Streik lahmgelegt?

Detroit - Die Tarifverhandlungen zwischen General Motors (GM)  und der US-Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) sind in der Nacht zum Montag ergebnislos vertagt worden. Nach einem 16-stündigen Verhandlungsmarathon hätten die Partner um 3 Uhr Ortszeit eine Pause eingelegt, sagte ein GM-Sprecher am Montag.

Die Gespräche sollen an diesem Montag fortgesetzt werden. Die Tarifpartner machten dazu allerdings keine näheren Angaben. In Gewerkschaftskreisen hatte es am Sonntag aber geheißen, bei den Gesprächen gebe es Fortschritte.

Die mehr als 73.000 amerikanischen GM-Arbeiter sind seit dem Auslaufen des Tarifvertrags am vergangenen Freitag um Mitternacht in Streikbereitschaft. Es sind jedoch offensichtlich ausreichende Fortschritte erzielt worden, um bisher einen Ausstand zu vermeiden.

Noch am Sonntag hatte es in Gewerkschaftskreisen geheißen, sollte an diesem Tag keine Einigung erzielt sein, so werde die Gewerkschaft ab Montag zum Streik aufrufen.

Der alte vierjährige Tarifvertrag war am Freitag um Mitternacht ausgelaufen. Die UAW verhandelt seit Monaten mit GM wie auch mit Ford  und Chrysler über neue Verträge. Dabei hatte die Gewerkschaft GM für die Endphase der Gespräche als Verhandlungspartner und als mögliches Streikziel ausgewählt. Ford und Chrysler hatten hingegen eine vorübergehende Verlängerung der Tarifverträge erhalten.

Mindestens 25 Dollar mehr als die Japaner

Die drei US-Autokonzerne wollen mit dem neuen Tarifvertrag den Abstand bei den Arbeitskosten von 25 bis 30 Dollar je Stunde zu den US-Autofabriken von Toyota , Honda , Nissan  und den anderen ausländischen Autokonzernen verringern. Die drei US-Autobauer hatten im vergangenen Jahr Gesamtverluste von 15 Milliarden Dollar verbucht.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx