Mitbestimmung VW-Betriebsrat prüft Klage

Die von Porsche neu geplante Vereinbarung zur Mitbestimmung benachteiligt nach Ansicht des VW-Betriebsrats die Mitarbeiter im Volkswagen-Konzern. Deshalb prüfen die Arbeitnehmervertreter eine Klage.

Wolfsburg - "Wir schließen auch eine Klage zur Wahrung der Rechte der mehr als 300.000 Kollegen im Konzern nicht mehr aus", sagte VW-Betriebsratssprecher Gunnar Kilian am Samstag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte einen Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL. Demnach prüft der VW-Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh, ob er gegen die Mitbestimmungsvereinbarung klagt, die VW-Aktionär Porsche  für seine neue Porsche Automobil-Holding SE vorgesehen hat.

Wenn Porsche seinen VW-Anteil auf über 50 Prozent erhöht, würden nur drei Arbeitnehmervertreter von Volkswagen  in den Aufsichtsrat dieser Holding einziehen, schreibt der SPIEGEL. Sie stünden drei Arbeitnehmervertretern von Porsche gegenüber, die das viel kleinere Stuttgarter Unternehmen repräsentieren. Dies sei ein Vertrag zu Lasten Dritter, der Belegschaft des VW-Konzerns.

Kilian sagte: "Wir haben die Mitbestimmungsvereinbarung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Belegschaft des VW-Konzerns analysieren lassen. Der Vertrag benachteiligt eindeutig unsere Kolleginnen und Kollegen." Weitere Details wollte er mit Blick auf die am Dienstag in Wolfsburg stattfindende Betriebsversammlung nicht nennen.

Der Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking hatte kürzlich in einem Interview den Haustarifvertrag und die Mitbestimmung bei Volkswagen infragegestellt. "Heilige Kühe" hatte der Porsche-Chef bei VW ausgemacht - die könne sich ein erfolgreicher Autobauer nicht leisten.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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