Eon Milliardendeal in Russland

Eon steigt mit hohen Investitionen in den russischen Strommarkt ein. Für angeblich rund fünf Milliarden Dollar hat sich der deutsche Energiekonzern am russischen Versorger OGK-4 beteiligt.

Moskau - Der deutsche Energieversorger Eon  ist als Sieger aus der Versteigerung des russischen Stromkonzerns OGK-4 hervorgegangen. Das teilte der russische Regionalversorger am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Über den Gesamtkaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtete vorab, Eon habe für einen Preis von etwa fünf Milliarden Dollar einen Anteil von rund 70 Prozent an OGK-4 erworben. Das Unternehmen ist dem Bericht zufolge eine von 20 russischen Stromgesellschaften, die in den nächsten Jahren privatisiert werden. OGK-4 verfügt über Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von etwa 8,6 Gigawatt. Weitere Kraftwerke mit einer Kapazität von annähernd drei Gigawatt, so berichtet das Magazin weiter, wolle Eon-Chef Wulf Bernotat in den nächsten Jahren aufbauen.

Der russische Stromsektor befindet sich im Umbruch. Der staatliche Strommonopolist RAO United Energy Systems (UES) wird in seine Bestandteile zerlegt. Bis 2008 soll der Konzern in kleine Kraftwerksgesellschaften (OGK oder TGK) aufgeteilt und teilprivatisiert werden. Eon hatte nach der gescheiterten Übernahme des spanischen Versorgers Endesa  den Einstieg auf dem russischen Strommarkt angekündigt.

Die russische Stromwirtschaft legt jährlich um 5 bis 6 Prozent zu. Als ersten Schritt gründeten die Deutschen Ende Mai das Energie-Gemeinschaftsunternehmen Eon-STS Energia im westsibirischen Tjumen. Bei der Versteigerung des Stromkonzerns OGK-5 hatte Eon im Juni noch das Nachsehen gegenüber dem italienischen Konkurrenten Enel. Eon hält über sein Tochterunternehmen Ruhrgas knapp 6,5 Prozent am weltgrößten Gasförderer Gazprom .

manager-magazin.de mit Material von dpa

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