Siemens Zurück in die Zukunft

Im Zuge der Korruptionsaffäre steht bei Siemens offenbar eine Reform des Vorstands bevor. Konzernchef Peter Löscher will laut einem Magazinbericht das alte Führungsmodell wieder einführen, nach dem Siemens bis 1988 organisiert war.

Hamburg - Beim Münchner Siemens-Konzern  sind die Pläne offenbar weit gediehen, die Führungsstrukturen nach der aktuellen Korruptionsaffäre zu reformieren. Konkrete Details wolle der neue Siemens-Chef Peter Löscher allerdings noch nicht in der nächsten Aufsichtsratssitzung am Mittwoch dieser Woche vorstellen, sondern frühestens beim darauffolgenden Treffen Ende November. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL vorab.

Die größten Chancen habe ein Modell, nach dem der Konzern bis 1988 organisiert war – und das Löscher mit Hilfe seines Chefkontrolleurs Gerhard Cromme gern reaktivieren würde. Danach sollen im Vorstand neben dem Vorsitzenden künftig maximal vier Topmanager übergreifende Funktionen wie Personal, Finanzen oder die Entwicklung betreuen.

Die bisher eigenständigen Geschäftsbereiche könnten, wie damals, in größeren Einheiten zusammengefasst werden und deren Chefs ebenfalls ins oberste Führungsgremium einrücken. Bisher haben dessen Mitglieder keine direkte operative Verantwortung. Für eine Stellungnahme gegenüber manager-magazin.de war Siemens zunächst nicht zu erreichen.

Die Zeit für den Umbau sei günstig, berichtet der SPIEGEL: Bis zum Frühjahr scheiden vier der bislang noch elf Vorstände aus oder erreichen die Pensionsgrenze. Der Vertrag eines weiteren Managers im Vorruhestandsalter läuft ein Jahr später aus. Ihre Plätze könnten Manager aus den neuformierten Arbeitsgebieten einnehmen. Unklar sei bislang noch, was aus Siemens-Vorstand Eduardo Montes wird. Der Spanier war 2006 als Betreuer für die Kommunikationssparte geholt worden, die der Konzern wenig später in eine Kooperation mit Nokia einbrachte.

Am Freitag hatte die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) bereits berichtet, einflussreiche Mitglieder des Siemens-Aufsichtsrats wollten die Konzernspitze weiter umbauen. Die Verträge der Vorstandsmitglieder Uriel Sharef, der sich um die Kraftwerkssparte kümmert, und Klaus Wucherer, der unter anderem für das Transportgeschäft zuständig ist, sollen demnach nicht mehr verlängert werden. Am 31. März 2008 laufen die Verträge der beiden 64-jährigen Topmanager aus.

manager-magazin.de

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