WestLB Nickels wird neuer Risikomanager

Sieben Wochen nach Amtsantritt von Vorstandschef Alexander Stuhlmann hat die WestLB wieder einen Risikomanager. Der Aufsichtsrat hat mit sofortiger Wirkung Wolfgang Nickels zum neuen Vorstandsmitglied berufen. Er kommt aus den eigenen Reihen.

Düsseldorf - Im Ringen um die Zukunft der WestLB ist weiter keine Einigung in Sicht. Bei einem neuerlichen Treffen am Donnerstag in Düsseldorf einigten sich die Eigentümer lediglich darauf, möglichst schnell eine Richtungsentscheidung zu treffen, wie es anschließend aus Teilnehmerkreisen hieß.

Ein weiteres Treffen ist für den Oktober vorgesehen. Ziel der Gespräche bleibe weiterhin ein gemeinsames Konzept, sagte eine Sprecherin des NRW-Finanzministeriums.

Der WestLB-Aufsichtsrat berief unterdessen mit Wolfgang Nickels einen neuen Risikovorstand. Der 50-Jährige sei ab sofort für das Risikomanagement der Bank zuständig, teilte die Bank mit. Der Diplom-Mathematiker und Diplom-Kaufmann ist seit 1990 bei der Düsseldorfer Bank tätig, zuletzt leitete er den Geschäftsbereich Business Management.

Nickels übernimmt seine neue Aufgabe von Hans-Jürgen Niehaus, der das Ressort Risikomanagement seit Ende Juli vorübergehend zusätzlich betreut hatte. Damals hatte der WestLB-Aufsichtsrat als Reaktion auf die millionenschweren Fehlspekulationen Bank-Chef Thomas Fischer und Risikovorstand Matthijs van den Adel abberufen. Die Bank hatte im so genannten Eigenhandel mit Aktien 603 Millionen Euro verloren.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte in den vergangenen Tagen die Suche nach einer Alternative zum Zusammenschluss der WestLB mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) vorangetrieben. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) vereinbarte mit Bayerns Regierungschef Edmund Stoiber (CSU), die Chancen für eine Kooperation von WestLB und Bayerischer Landesbank auszuloten.

Außerdem hatte die Düsseldorfer Landsregierung die Citigroup  beauftragt, sie bei den anstehenden Gesprächen zu beraten. Beim WestLB-Vorstand werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Eigentümer und Berater unterstützen solle, sagte die Ministeriumssprecherin.

Bei dem Eigentümertreffen erläuterte Finanzminister Helmut Linssen (CDU) die Initiativen des Landes. Die Düsseldorfer Regierung sperrt sich gegen die von den beiden regionalen Sparkassenverbänden befürwortete schnelle Fusion von WestLB und LBBW zum zweitgrößten deutschen Bankhaus. Sie fürchtet erhebliche Nachteile für den Finanzplatz Nordrhein-Westfalen. Das Land ist mit 38 Prozent größter Eigentümer der WestLB. Der rheinische und der westfälische Sparkassenverband kommen zusammen auf 50,4 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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