RAG Mit "Evonik" und Lila an die Börse

Der Essener Mischkonzern RAG will unter dem neuen Namen Evonik Industries den Börsengang seiner profitablen Sparten Chemie, Energie und Immobilien in Angriff nehmen. Der Namenswechsel war nötig, denn angelsächsische Investoren wollen keine "Lumpen".

Essen - Die aus der ehemaligen Ruhrkohle hervorgegangene RAG läutet mit der Umbenennung eine neues Kapitel in ihrer Geschichte ein. Die profitablen Sparten sollen im kommenden Jahr an die Börse gebracht werden. Ein Teil der Aktien könnte aber bereits vor dem Börsengang an einen Investor verkauft werden.

In Evonik gehen der Chemie-Hersteller Degussa, der Energiekonzern Steag und der große Immobilienbestand der RAG auf. Evonik will mit rund 43.000 Mitarbeitern künftig angesichts der Klimawandel-Debatte unter anderem auch auf innovative Produkte zum Energiesparen setzen.

Börseneinnahmen zur Deckung der Bergbau-Folgekosten

Die profitablen Sparten der RAG hatten 2006 bei einem Umsatz von 14,8 Milliarden Euro ein Ebit von 1,2 Milliarden Euro eingefahren. Im ersten Halbjahr 2007 verbuchten die Sparten bei einem Umsatz von 7,6 Milliarden Euro ein Ebit 788 Millionen Euro.

Mit den erwarteten Einnahmen sollen die Folgekosten des deutsche Steinkohlebergbaus gedeckt werden, der unter dem Dach des Essener Konzerns gebündelt ist. Der subventionierte Bergbau soll bis 2018 auslaufen.

Müller präsentierte am Mittwoch den komplett in lila gehaltenen Schriftzug "Evonik Industries", das Symbol des Konzerns soll künftig ein in lila und silber gehaltenes kleines "E" sein.

RAG suchte wegen des Börsengangs lange einen neuen Namen, unter anderem weil der alte Name zu sehr an die Bergbau-Vergangenheit des Unternehmens erinnerte. Außerdem galt RAG als ungeeignet für angelsächsische Länder. "Rag" bedeutet auf Englisch "Lumpen".

Verkauf an Finanzinvestor bleibt Alternative zum IPO

"Jetzt treten wir als neue Kraft an", sagte Konzernchef Werner Müller am Mittwoch in Essen. Die Kicker von Borussia Dortmund sollen nun mit dem in lila Farbe geschriebenen Namen "Evonik" auf ihren Trikots auflaufen und ihn damit in der Öffentlichkeit bekannt machen. Die RAG ist Hauptsponsor des Traditionsvereins.

Ein Börsengang im kommenden Jahr ist jedoch noch keine ausgemachte Sache. "Wir planen den Gang an den Kapitalmarkt im Dual-Track-Verfahren", sagte Müller am Mittwoch. Dabei sei der Börsengang ausdrücklich nur eine von zwei Möglichkeiten neben einem Verkauf von Anteilen an einen Investor.

Die Entscheidung darüber müsse aber als Alleineingentümer die RAG-Stiftung fällen. Irgendwann werde Evonik aber an der Börse notiert sein. Müller sagte weiter, er schließe keinen Investor aus. Eine Zerschlagung von Evonik werde es aber nicht geben. In der Vergangenheit war der Finanzinvestor Cerberus mit der RAG in Verbindung gebracht worden.

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