CO2 Bund droht Autobauern mit Strafen

Autobauer müssen nach dem Willen von Wolfgang Tiefensee mit Strafen rechnen, falls die Klimaschutzziele nicht erreicht werden. Damit stellt sich der Verkehrsminister hinter die Forderung der EU. Die Autokosten sind unterdessen stark gestiegen.

Berlin - "Wir müssen auch sanktionieren können, wenn die Verpflichtungen durch die Industrie nicht eingehalten werden", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Rundschau" vom Mittwoch. Er plädiere für ein europäisches Sanktionssystem, das Wettbewerbsverzerrungen ausschließe.

Er stellte sich damit hinter die Forderung von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas, Ökosünder zu bestrafen. Tiefensee wies darauf hin, das gegenwärtig bereits Automobile, die 2012 zugelassen werden sollten, in der Planungsphase seien.

Die EU-Kommission will den Hersteller vorschreiben, den Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen bis 2012 auf 130 Gramm je Kilometer zu senken. Ende 2006 lag er durchschnittlich über 160 Gramm.

Tiefensee erklärte weiter, die Steuerbegünstigung für schwere Dienstfahrzeuge solle unter dem Aspekt des Klimaschutzes überprüft werden. Allerding solle dieses Segment nicht beschädigt werden, da es für die Industrie wichtig sei.

Autokosten klettern doppelt so stark

Unterdessen klettern die Automobilkosten in Deutschland weiter: Sie haben sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker erhöht als die Verbraucherpreise.

Von 1997 bis 2007 seien die Preise für Kauf und Unterhalt von Kraftfahrzeugen (Kfz) um 31,0 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch anlässlich der 62. Internationalen Automobilausstellung (IAA) mit. Im Vergleich zu den Verbraucherpreisen, die im selben Zeitraum um 15,6 Prozent geklettert seien, schlage der Preisanstieg im Kfz-Bereich mithin fast doppelt so hoch zu Buche.

Der deutliche Anstieg ist laut den Statistikern vor allem auf höhere Kraftstoffpreise zurückzuführen, die seit Juli 1997 um 70,4 Prozent gestiegen seien. Auch die Kraftfahrzeugsteuer habe sich mit plus 78,1 Prozent überdurchschnittlich erhöht. Die Anschaffung eines neuen Kfz verteuerte sich in den vergangenen zehn Jahren hingegen nur um 12,9 Prozent.

Hierbei sei allerdings zu berücksichtigen, dass die verbesserte Sicherheits- und Serienausstattung als Qualitätsverbesserung nicht in die Berechnung der Preissteigerungsrate eingehe, schreibt das Bundesamt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.