China "Inspirationen europäischer Geschmäcker"

Der Autoimporteur China Automobile Deutschland hat seine Fahrzeuge gegen Plagiatsvorwürfe des BMW-Konzerns verteidigt. Auf der IAA sind zwei Exemplare des "CEO" zu sehen, der dem X5 ähnelt. Hat die BMW-Klage Erfolg, droht die Zwangsräumung des Messestandes.

Frankfurt am Main - Auf seinem Stand auf der Internationalen Automobil-Ausstellung präsentiert China Automobile Deutschland zwei Exemplare des Geländewagens CEO, gegen den BMW  wegen Plagiatsvorwürfen klagt.

"China ist da, wir sind auf der Messe", sagte Geschäftsführer Karl Schlössl. BMW hatte am Montag bestätigt, man habe Klage gegen den CEO-Vertrieb eingereicht, der nach Einschätzung der Münchner auffallend dem eigenen Modell X5 ähneln soll.

Laut Schlössl lag am Dienstag noch nichts gegen das 26.000 Euro teure CEO-Auto vor. Er kündigte den Verkaufsstart für Oktober an. Der Verband der Automobilindustrie (VDA), der die IAA veranstaltet, hatte erklärt, die Zollbehörde werde sich die umstrittenen Wagen genau anschauen.

Zwar räumte Schlössl am Dienstag bei der Automesse IAA ein, der Geländewagen CEO, den BMW für eine Kopie seines X5 hält, habe "natürlich Inspirationen europäischer Geschmäcker an sich". Schlössl betonte jedoch in Frankfurt: "Aber es ist kein Plagiat, schon gar kein hundertprozentiges." Die China Automobile Deutschland GmbH ist ein Zusammenschluss von drei chinesischen Herstellern, darunter Shuanghuan.

"Bislang hat sich noch niemand aufgeregt"

Schlössl, der den CEO ab sofort über gut 30 Händler in Deutschland vertreibt, betonte, das Fahrzeug sei seit drei Jahren auf dem Weltmarkt. Es seien bereits 100.000 Stück verkauft worden - etwa in Russland, Italien und Spanien. "Bislang hat sich noch niemand darüber aufgeregt."

Den Streit mit BMW wertete Schlössl als Politikum: "China wird auf den Markt kommen, das ist nicht aufzuhalten." Zu den Verkaufszielen für den CEO in Deutschland sagte Schlössl: "5, 50, 500 - alles ist mir recht. Hauptsache wir sind auf dem Markt."

BMW hatte angekündigt, im Falle einer Präsentation des CEO auf der IAA Maßnahmen zu prüfen. Im Falle einer Gerichtsentscheidung zugunsten von BMW droht dem Importeur nach Veranstalterangaben eine Zwangsräumung des Standes.

Außer dem CEO hatte auch der chinesische Kleinwagen Nobel für Aufregung gesorgt: Er gilt als Kopie des Smart Fortwo von Daimler .

Bereits im vergangenen Herbst war der Hersteller des Kleinwagens Smart erfolgreich gegen einen anderen chinesischen Anbieter vorgegangen, der eine Kopie des Smart-Zweisitzers vertreiben wollte.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

China-Modelle: Auffallende Ähnlichkeiten

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