Konjunktur EU senkt Prognose für Deutschland

Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone und Deutschland leicht nach unten revidiert. Grund seien die Turbulenzen am Finanzmarkt sowie "negative Überraschungen" aus Frankreich und Italien.

Brüssel - Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums werde in diesem Jahr um 2,5 Prozent wachsen, heißt es in dem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Herbstgutachten der Kommission. Im Frühjahr hatte die Kommission noch ein Wachstum von 2,6 Prozent prognostiziert.

Auch für Deutschland revidierte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose leicht nach unten. Die deutsche Wirtschaft wachse 2007 voraussichtlich um 2,4 Prozent, nachdem im Frühjahr noch 2,5 Prozent prognostiziert wurden. Ihre Inflationsrate für 2007 erhöhte die EU-Kommission für Deutschland auf 2,1 (zuvor 1,9) Prozent. Für die Eurozone wird im laufenden Jahr eine Inflationsrate von 2,0 (zuvor 1,9) Prozent veranschlagt.

Wenngleich das Wachstum in Europa weiterhin von guten Fundamentaldaten und einer robusten Weltwirtschaft getragen werde, hätten die jüngsten Finanzmarktturbulenzen die Abwärtsrisiken für das Wachstum erhöht, schreibt die Kommission. Die erhöhte Inflationsprognose begründet die Kommission vor allem mit gestiegenen Rohstoffpreisen.

Sorgen über Konjunktur in Frankreich

"Wenn wir uns die Zahlen anschauen, können wir zu dem Schluss kommen, dass die Spitze des Zyklus vielleicht hinter uns liegt", sagte der EU- Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia. Hauptgrund dafür seien neben den Turbulenzen auf dem Finanzmarkt "negative Überraschungen" aus Frankreich, Italien und den Niederlanden, sagte Almunia.

Am schärfsten wurde die Konjunkturprognose für Frankreich korrigiert: Während die Kommission hier im Mai noch ein Wachstum von 2,4 Prozent für 2007 erwartete, geht sie jetzt nur noch von 1,9 Prozent aus. Almunia sprach von einem "negativen Schock", in Anspielung auf den vom neuen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy angestrebten "Wachstums-Schock".

Nach Darstellung Almunias hat die französische Wirtschaft von der gestiegenen Verbrauchernachfrage nur geringfügig profitiert: "Die gestiegene Nachfrage wurde teilweise durch Importe gesättigt." Zugleich exportierten französische Unternehmen vergleichsweise wenig ins Ausland, heißt es in der Kommissionsanalyse.

manager-magazin.de mit Material von ap