Porsche "Ausreißer nach oben"

Der Sportwagenhersteller Porsche hat trotz des Modellwechsels beim Cayenne Umsatz und Absatz gesteigert und neue Höchstmarken erreicht. Auch das Ergebnis dürfte deutlich steigen. Doch es gibt auch Wermutstropfen in der Erfolgsbilanz.

Frankfurt am Main - Mit 97.515 weltweit ausgelieferten Autos legten die Verkaufszahlen in dem im Juli zu Ende gegangenen Geschäftsjahr um 0,7 Prozent zum Vorjahr zu, wie Porsche am Dienstag auf der Automesse IAA in Frankfurt mitteilte. Die wegen des Modellwechsels geschrumpfte Nachfrage nach dem Verkaufsschlager Cayenne wurde von einer lebhaften Nachfrage nach Sportwagen kompensiert.

Zudem verkaufte der Stuttgarter Autobauer mehr teure Modelle mit PS-starken Motoren und hohem Schadstoffausstoß. Der Umsatz nahm trotz Absatzstagnation 2006/07 um 3,4 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zu.

Sehr unterschiedlich sei die Entwicklung im Geschäftsjahr 2006/2007 auf den einzelnen Märkten gewesen. Allein in Deutschland verkaufte Porsche den Angaben zufolge 14.314 Autos und damit 2,8 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum.

Sorgen in Nordamerika

In Nordamerika, neben Deutschland der wichtigste Einzelmarkt, sei der Absatz hingegen um 10,3 Prozent auf 33.567 Sportwagen zurückgegangen. Außerhalb dieser Märkte sei der Absatz um 9,2 Prozent auf 49.625 Autos gestiegen, wobei vor allem in China und Russland eine starke Nachfrage zu verzeichnen gewesen war.

Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking bekräftigte, das seit Jahren von Rekordgewinn zu Rekordgewinn eilende Unternehmen habe in der zurückliegenden Finanzperiode beim Ergebnis erneut "einen deutlichen Ausreißer nach oben" vollzogen.

Dazu trug vor allem die aufgestockte Beteiligung an Europas größtem Fahrzeughersteller Volkswagen  bei, bei dem Porsche mittlerweile knapp 31 Prozent der Stimmrechte kontrolliert. Die VW-Aktie hat sich seit dem Porsche-Einstieg deutlich verteuert.

Details zum Ergebnis will Porsche erst gegen Jahresende bekanntgeben. Zuletzt hatte das Unternehmen 2,1 Milliarden Euro vor Steuern verdient.

Auch mit dem im August angelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 ist Porsche zufrieden. Der August sei gut angelaufen, sagte Wiedeking. Die Lagerbestände seien gering. Der Fahrzeugabsatz werde im laufenden Geschäftsjahr aber wohl auf dem derzeitigen Niveau verharren, stellte Porsche in Aussicht.

Seine weiteren Absichten bei VW wollte Wiedeking nicht preisgeben. Porsche habe sich Optionen zum Erwerb zusätzlicher VW-Anteile gesichert, wiederholte der Manager frühere Aussagen. Den Umfang dieser Optionsgeschäfte nannte er nicht.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters