Gründungen Erneuter Rückgang

Trotz des Aufschwungs geht die Zahl neuer Firmen in Deutschland weiter zurück. Auch bei der Gründung von Kleinbetrieben ist ein Einbruch zu verzeichnen. Möglicher Grund: Der Bund hält sich bei der Förderung von Gründern stärker zurück.

Wiesbaden - Der Rückgang bei den Unternehmensgründungen in Deutschland setzt sich fort: Im ersten Halbjahr 2007 ging die Zahl der Neugründungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf 365.200 zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Besonders deutlich war der Rückgang bei Kleinunternehmen ohne angestellte Mitarbeiter. Hier verringerte sich die Zahl der Neugründungen um 14 Prozent auf 163.300. Bei größeren Betrieben mit Mitarbeitern gingen die Gründungen um mehr als 7 Prozent auf 79.800 zurück.

Grund für den Einbruch der Kleinbetriebsgründungen ist nach Einschätzung des Bundesamtes vermutlich die Verschärfung der Regelungen zur staatlichen Unterstützung von Firmengründern seit August 2006. "Die Förderung wird jetzt etwas straffer gehandhabt", sagte Jürgen Angele vom Statistischen Bundesamt der Nachrichtenagentur ap.

Dass auch die Gründungen größerer Betriebe seit Jahren zurückgehen, liege dagegen offenbar an der weitgehenden Sättigung des Marktes in diesem Bereich. Zudem verbessere sich seit einiger Zeit die Lage am Arbeitsmarkt. "Viele Gründungen werden jedoch aus der Arbeitslosigkeit heraus vorgenommen", erklärte Angele.

Eine positive Entwicklung meldete die Behörde bei den Gründungen von Unternehmen, die von bereits berufstätigen Personen im Nebenerwerb betrieben werden. Sie nahmen im ersten Halbjahr 2007 um 8,1 Prozent auf 122.100 Neugründungen zu. Vor allem im Dienstleistungsbereich bestehe noch immer ein Bedarf an kleinen Betrieben dieser Art, erklärte Angele. Allerdings stieg auch die Zahl der Abmeldungen von Nebenerwerbsbetrieben steil an: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte sie sich um 18,6 Prozent auf 56.900.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa