Versicherer Naturkatastrophen kosten 35 Milliarden Dollar

Die Assekuranzbranche muss laut Swiss Re in diesem Jahr für Naturkatastrophenschäden fast drei Mal soviel zahlen wie 2006. In Monte Carlo pokern die Rück- und die Erstversicherer derzeit um neue Konditionen: Auch die Kreditkrise in Amerika könnte dafür sorgen, dass die Risikoprämien steigen.

Monte Carlo - Swiss Reinsurance  rechnet für dieses Jahr mit einer Summe von 35 Milliarden Dollar, wie der Schweizer Konzern beim Branchentreffen am Montag in Monte Carlo mitteilte. 2006 waren für versicherte Naturkatastrophenschäden noch zwölf Milliarden Dollar angefallen.

Im "Katrina"-Jahr 2005, als New Orleans verwüstet wurde, waren die Schäden jedoch mit 78 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch ausgefallen. 2004 waren es 46 Milliarden Dollar gewesen. In der Folge stiegen damals die Rückversicherungspreise - und am Ende die Gewinne der Rückversicherer.

Diese Überschüsse wollen die Erstversicherer immer weniger finanzieren. Auf die Preiserhöhungen der vergangenen acht Jahre reagierten sie wie der Heimwerker auf steigende Handwerkerrechnungen: Wenn das so teuer ist, mach ich das künftig selbst. Als Folge seien Allianz , Generali  und Co. in diesem Jahr stärker von den Naturkatastrophen getroffen worden als in der Zeit zuvor, sagt Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek.

Finanzmarktkrise erhöht Nachfrage nach Absicherung

Für das kommende Jahr zeigte sich die Swiss Re optimistisch: Es gebe für 2008 genug Kapazität für Vertragsabschlüsse zu guten Preisen, sagte Verwaltungsratsmitglied Michel Lies.

Die Rückversicherer sprechen in Monte Carlo mit den Erstversicherern wie der Allianz oder der talienischen Generali traditionell über die Erneuerung ihrer Verträge, die zum 1. Januar ansteht. Für das laufende Jahr erwartet die Swiss Re für die Branche "solide" Ergebnisse.

Die derzeitigen Turbulenzen an den Finanzmärkten dürften die Nachfrage nach Rückversicherungsdeckungen steigen lassen. Die Zunahme von Naturkatastrophen wird ebenfalls als mögliches Zugpferd für weitere Abschlüsse gewertet. Zudem halte der Trend an, Rückversicherungsrisiken verbriefen zu lassen.

Verwaltungsratschef Jacques Aigrain signalisierte generelles Interesse an Zukäufen, sollte es zu einem Konsolidierungsprozess in der Rückversicherungsbranche kommen. Konkrete Übernahmekandidaten wollte er jedoch nicht benennen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters