Hedgefonds Merkel und Sarkozy fordern mehr Transparenz

Nach den jüngsten Finanzmarktturbulenzen dringen Deutschland und Frankreich auf mehr Transparenz bei Hedgefonds und Ratingagenturen. Man dürfe Spekulanten nicht erlauben, die Finanzsysteme zu beschädigen. Bis Ende Oktober soll ein Antrag formuliert sein.

Berlin - Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Montag bei ihrem Treffen in Meseberg bei Berlin. "Es ist unser gemeinsames Anliegen, dass wir mehr Transparenz auf den Finanzmärkten bekommen", betonte Merkel.

"Wir sind es den Menschen in unseren Ländern schuldig, dass es faire Handels- und Wettbewerbsbedingungen gibt", unterstrich die Kanzlerin. Dazu gehörten auch die Finanzinstrumente. Hier müsse die EU ihre Interessen gegenüber anderen Märkte sichern. Noch unter der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft soll im Oktober ein klarer Auftrag formuliert werden.

Sarkozy fügte hinzu, man dürfe "Spekulanten" nicht erlauben, die internationalen Finanzsysteme kaputtzumachen. Der "Mangel an Transparenz" gerade bei den Ratingagenturen könne nicht weitergehen. Auch sollten die Bürger wissen, welche Risiken bei den Banken liegen.

Nicht zuletzt gehe es um die Frage, wie Firmen in Europa geschützt werden können - "nicht gegen Wettbewerber, sondern gegen Spekulanten".

Merkel trifft Bernanke

Am Dienstag trifft Merkel vor dem Hintergrund der Krise an den Weltfinanzmärkten zudem in Berlin US-Notenbank-Chef Ben Bernanke. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg bestätigte am Montag das Treffen im Kanzleramt. An dem Gespräch nehme auch Bundesbankchef Axel Weber teil.

Bernanke ist derzeit auf Einladung der Bundesbank zu Besuch in Deutschland und hält unter anderem Vorträge. Steg verwies darauf, dass Merkel sich auch mit Bernankes Vorgänger Alan Greenspan getroffen habe. Eine Presseunterrichtung nach dem Treffen am Dienstag ist aber nicht geplant.