Sonntag, 22. September 2019

Autoprojekt Loremo Ehrgeizige Badewanne

2. Teil: Einstieg in die Badewanne

Wenig Widerstand

Heilmaier war bei der Testfahrt Ende August dabei. Schließlich sitzt der frühere Unternehmensberater im Vorstand des werdenden Automobilherstellers Loremo. Zusammen mit den Autoingenieuren Stefan Ruetz und Uli Sommer hat er das Unternehmen gegründet mit dem Ziel, ein Auto zu bauen, das die Zwei-Liter-Verbrauchsgrenze nach unten durchschlagen soll.

Sesam, öffne dich: Der Loremo im Frühjahr 2006 auf dem Genfer Salon
Im Internet kann man sich das Konzept schon eine Weile ansehen. Auf dem Genfer Salon im Frühjahr 2006 präsentierten die drei ein Showcar. Modell Nummer zwei dient den Fahrtests und spätestens im neuen Jahr soll der erste echte Prototyp fertig sein, der alle optischen Finessen des Showcars mit den technischen Merkmalen von Wagen Nummer zwei vereint. Beide sollen ab Dienstag auf der IAA präsentiert werden - die Früchte von etwa zwölf Jahren Entwicklungsarbeit.

Loremo steht für "low resistance mobile", ein Wagen der wenig Widerstand bietet, wenig Luftwiderstand, wenig Rollwiderstand - wie gering der Kaufwiderstand der potenziellen Kundschaft sein wird, muss sich weisen. Die Insassen sollen zwar auf nichts Wesentliches verzichten, aber der Loremo wird in vielen Dingen anders sein als gewöhnliche Autos.

Einstieg in die Badewanne

Das beginnt mit dem Einstieg. Die Vordersitze erreicht man, indem man die Fronthaube samt Windschutzscheibe hochklappt. "Wie in einer Badewanne" nimmt man Platz, erläutert Heilmaier. Zwei weitere Passagiere steigen durch die Heckklappe und sitzen Rücken an Rücken mit Fahrer und Beifahrer. Dazwischen befindet sich der Motor, ein Diesel mit zwei oder drei Zylindern.

Die Loremo-Gründer (v. li.): Gerhard Heilmaier, Uli Sommer, Stefan Ruetz
Das ist alles recht gewöhnungsbedürftig. Auch gibt Heilmaier zu, dass auf den hinteren Sitzen nur Kinder "bis etwa 1,40 Meter Größe" bequem unterkommen. Die merkwürdige Anordnung dient den zwei übergeordneten Zielen des Autos: Wenn der höchste Punkt des Wagens in der Mitte ist - und nur dort können Insassen aufrecht sitzen -, lässt sich der Luftwiderstand optimieren. Und mit der Wannenkonstruktion der Fahrgastzelle, die nicht durch eine Tür unterbrochen wird, sollen viele Stahlverstrebungen unnötig sein, die andere Autos schwer machen - ohne Abstriche bei der Sicherheit, wie die Konstrukteure versprechen.

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