Bankenmisere Tausende Jobs gestrichen

Die Hypothekenkreditprobleme vieler Banken kosten in Amerika weitere Arbeitsplätze. Die Geldhäuser Lehman Brothers und National City wollen mehr als 2000 Frauen und Männer entlassen. Der frühere US-Notenbank-Chef Alan Greenspan ist sich nun sicher: Der Finanzmarkt steckt in einer Krise wie in den Jahren 1987 und 1998.

Hamburg - Amerikanische Banken streichen weitere 2150 Arbeitsplätze. Die Investmentbank Lehman Brothers  beispielsweise kündigt 850 Mitarbeitern, das sind etwa 3 Prozent der Belegschaft. Das Unternehmen wolle die Kreditgeschäfte in den USA und Großbritannien zurückschrauben und den südkoreanischen Hypothekenhandel ganz einstellen.

Lehman hatte erst vor zwei Wochen mitgeteilt, das Hypothekengeschäft mit schlecht besicherten Darlehen zu schließen und 1200 Stellen zu streichen.

Darüber hinaus kündigte die neuntgrößte amerikanische Bank National City an, 1300 Mitarbeiter zu entlassen. Auch dieses Geldhaus will sein Hypothekengeschäft verkleinern. Die US-Hypothekenbranche war zuletzt wegen der steigenden Zinsen und der Krise auf dem Häusermarkt in eine schwere Schieflage geraten. Besonders bei den schlecht besicherten Darlehen ("Subprime Mortgages") kam es vermehrt zu Ausfällen.

Dutzende Finanzinstitute haben sich bereits von diesem Markt verabschiedet. Auch die größte US-Hypothekenbank Countrywide Financial  ist von der um sich greifenden Krise betroffen. Sie will ebenfalls 900 weitere Arbeitsplätze streichen.

Die Hypothekenkreditkrise hat gestern die Europäische Zentralbank bewogen, ihre Zinssätze stabil zu halten - obwohl sie aus konjunkturellen Gründen sonst lange Zeit eine leichte Erhöhung erwogen hatte. "Diese Entscheidung der europäischen Notenbank hat gezeigt, dass eine Kreditklemme wegen problematischer zweitklassigen Hypothekenkredite noch möglich ist", kommentierte Hiroaki Kuramochi von der amerikanischen Investmentbank Bear Stearns das Marktgeschehen.

Der frühere US-Notenbank-Chef Alan Greenspan bezeichnete die aktuelle Finanzkrise laut eines Berichts des "Wall Street Journal" als in mehrerer Hinsicht "identisch" zum Börsencrash von 1987 und der Marktkrise von 1998.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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