Schrempp-Abgang BaFin verhängt Bußgeld

Zwei Jahre nach dem Chefwechsel bei DaimlerChrysler hat das Vorgehen beim Rückzug von Ex-Primus Jürgen Schrempp ein Nachspiel. Die Finanzaufsicht BaFin hat gegen den Autobauer ein Bußgeld verhängt. Der Konzern habe die Personalie zu spät gemeldet, heißt es.

Frankfurt am Main - Eine Sprecherin der Finanzaufsicht BaFin sagte am Donnerstag, die Behörde habe der Staatsanwaltschaft Frankfurt die Ermittlungen in der Sache übertragen. Die Behörde habe ein Bußgeld verhängt, gegen das DaimlerChrysler  Einspruch erhoben habe.

Laut Vorabbericht des "Handelsblatts" (Freitagausgabe), der auf Angaben aus Unternehmenskreisen basiert, soll das Bußgeld eine sechsstellige Höhe haben. Das wollte eine DaimlerChrysler-Sprecherin nicht bestätigen. Der Konzern sieht nach wie vor keine eigenen Versäumnisse.

Die BaFin hatte hingegen schon im September 2005 erklärt: "Spätestens am 10. Juli 2005 war die Entscheidung, Schrempp werde zum Ende des Jahres 2005 sein Vertragsverhältnis beenden, mit hinreichender Wahrscheinlichkeit gefallen." DaimlerChrysler ließ sich mit der Bekanntgabe der veröffentlichungspflichtigen Information Zeit bis zur Aufsichtsratssitzung am 28. Juli 2005. Das Gremium bestimmte an diesem Tag Dieter Zetsche zu Schrempps Nachfolger. Die Aktie legte daraufhin rund 10 Prozent zu.

Wegen der möglicherweise verspäteten Veröffentlichung des Schrempp-Rückzugs hatten bereits Anleger einen Musterprozess vor dem Oberlandesgericht Stuttgart angestrengt. Die Richter machten allerdings keine Pflichtverletzung des Unternehmens aus und wiesen die Klage ab.

manager-magazin.de mit Material von reuters