Neue Strategie Volkswagen räumt in den USA auf

Angesichts von Millionenverlusten streicht Volkswagen 400 Jobs in den USA und verlegt sein US-Hauptquartier in die Nähe von Washington. Gleichzeitig kündigte der Konzern eine völlig neue Strategie für den US-Markt an, wo er seinen Absatz langfristig verdoppeln will.

Wolfsburg - Zur Zeit ist die US-Zentrale von Volkswagen in Auburn Hills, nahe dem Schwerpunkt der US-Autoindustrie in Detroit. Ziel des Umzug ist der Ort Herndon im Bundesstaat Virginia, wenige Kilometer von Washington. Die Ostküste ist mit das wichtigste Absatzgebiet für VW in den USA, in Detroit verkauft der Konzern nur wenige Wagen.

Der neue US-Chef von VW, Stefan Jacoby, kündigte außerdem die Entwicklung von Produkten speziell für den US-Markt an, eine Veränderung der Markenpositionierung und Änderungen im Händlernetz.

Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn bekräftigte, der US-Markt habe "für Volkswagen höchste Priorität". In der "Wirtwschaftswoche" nannte Winterkorn einen Jahresabsatz von einer Million Autos in den USA als Ziel. Dann könne auch über den Bau eines Werkes dort nachgedacht werden. Derzeit würden in den USA nur etwa eine halbe Million Autos verkauft. "Das ist eindeutig zu wenig", sagte Winterkorn.

Von einem Umzug erhoffen sich die Wolfsburger frischen Wind für einen Neuanfang. "Es bringt uns bringt uns eine andere Mentalität, andere Menschen, neue Kunden, aber auch Mitarbeiter. Wir brauchen unbedingt frisches Blut", sagte Winterkorn.

Der Standortwechsel soll im April 2008 beginnen und noch im selben Jahr abgeschlossen werden. Von den 1400 Mitarbeitern sollen rund 600 am bisherigen Standort in Auburn Hills bleiben, um Callcenter und technische Dienstleistungen wie die Fahrzeugaufbereitung fortzuführen. 400 Mitarbeiter sollen umziehen, die restlichen Stellen sollen abgebaut werden.

Jacoby soll VW auf dem US-Markt endlich aus den roten Zahlen bringen. VW fährt auf dem größten Automarkt der Welt seit Jahren Millionenverluste ein und verliert Marktanteile. 2006 fielen in den USA Verluste von rund 600 Millionen Euro an, 200 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Konzernchef Martin Winterkorn will die Gewinnschwelle dort "noch in diesem Jahrzehnt" erreichen.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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