US-Autoabsatz VW trübt das Gesamtbild

Volkswagen hat im August in den USA erneut deutlich weniger Autos verkauft als vor Jahresfrist. Die anderen deutschen Autohersteller konnten ihren Absatz dagegen zumeist steigern. Die US-Konzerne verbuchten bis auf General Motors ebenfalls Verluste. Auch Toyota wies einen Absatzrückgang aus.

Auburn Hills - Die deutschen Autobauer haben in den USA im August ihren Absatz überwiegend gesteigert. Lediglich der Volkswagen-Konzern  verkaufte deutlich weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist, wie aus den Hersteller-Zahlen hervorgeht. Die großen US-Autobauer verbuchten bis auf General Motors (GM)  ebenfalls Absatzverluste. Auch Toyota  musste in den USA erneut einen Absatzrückgang ausweisen. Die Japaner dürften GM dennoch in diesem Jahr als weltgrößten Autobauer ablösen.

Unter den Deutschen stach BMW  mit einem Absatzplus zum entsprechenden Vorjahreszeitmonat von 19,3 Prozent auf 30.639 Fahrzeuge positiv hervor. Seit Jahresanfang stieg der Absatz um 8,1 Prozent auf 223.341 Autos. Die Marke BMW erhöhte den Verkauf im August um 18,5 Prozent auf 26.562 Einheiten. Vom Mini wurden mit 4077 Einheiten rund ein Viertel mehr veräußert.

Porsche  erreichte in Nordamerika einen Absatzanstieg um 7 Prozent auf 2736 Fahrzeuge. Der Absatz des neuen Cayennes kletterte um 24 Prozent auf 910 Wagen. Der Verkauf von Autos der Boxter-Baureihe legte um 14 Prozent auf 946 Einheiten zu. Die Zahl der verkauften 911 sank um 11 Prozent auf 880 Einheiten. Seit Jahresbeginn stieg der Absatz hingegen um 5 Prozent.

Mercedes-Benz steigerte den Verkauf neuer Fahrzeuge um 1,8 Prozent auf 20.980. Das sei die höchste jemals in diesem Monat erzielte Verkaufszahl, erklärte DaimlerChrysler . Seit Jahresanfang stieg der Absatz von 157.128 im Vorjahreszeitraum auf 157.806 Einheiten.

Volkswagen trübte das ansonsten positive Gesamtbild der deutschen Autobauer mit einem Rückgang von 7,5 Prozent auf 21.655 Fahrzeuge. Seit Jahresanfang fielen die Verkäufe um 3,6 Prozent. Die Tochter Audi hingegen konnte ihren Absatz um 7,1 Prozent auf 7620 Einheiten steigern. Seit Jahresanfang kletterte der Verkauf um 10,8 Prozent auf 60.458 Einheiten.

Die großen US-Autobauer verloren mit Ausnahme von General Motors beim Absatz. Bei Ford  sanken die Verkäufe um 14 Prozent auf 218.332 Fahrzeuge. Mit einem Verkaufsrückgang von 20,2 Prozent wies Jaguar zusammen mit Mercury das schlechteste Ergebnis auf. In den ersten acht Monaten des Jahres schrumpfte der Gesamtabsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf 1,792 Millionen Einheiten.

Die erst kürzlich von DaimlerChrysler an den Finanzinvestor Cerberus Capital Management verkaufte Chrysler meldete ein Minus von 6 Prozent auf 168.203 Fahrzeuge. Die Deutschen halten nach der Veräußerung noch 20 Prozent an Chrysler.

GM steigerte den Absatz dagegen um 5,3 Prozent auf 388.168 Fahrzeuge. Für das dritte Quartal senkte das Unternehmen allerdings seine Produktionsprognose um 2 Prozent auf 1,05 Millionen Fahrzeuge. Im vierten Quartal rechnet GM mit einem Rückgang der Produktion auf eine Million Einheiten. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren noch 10 Prozent mehr Fahrzeuge produziert worden.

VDA für "ehrgeizige CO2-Ziele"

VDA-Präsident plädiert für "ehrgeizige CO2-Ziele"

Der bisher erfolgsverwöhnte Toyota-Konzern  musste im August den zweiten Absatzrückgang in den USA in Folge ausweisen. Die Japaner verkauften mit 233.471 Fahrzeugen 2,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Absatz der Marke Toyota fiel um 3,7 Prozent auf 201.272 Fahrzeuge, während sich die Luxus-Marke Lexus mit einem Plus von 3,6 Prozent auf 32.199 Stück besser verkaufte.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) geht unterdessen vor dem Start der Internationalen Automobilausstellung bei der Klimadebatte in die Offensive. "Wir sind durchaus für ehrgeizige Ziele - die aber für alle Hersteller in Europa gelten müssen", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann dem "Handelsblatt".

Angesprochen auf den von der EU geplanten Durchschnittsausstoß von 130 Gramm CO2 pro Kilometer für Neuwagen ab 2012 und Forderungen nach niedrigeren Grenzwerten sagte der Verbandschef: "Auch wir sind für geringere CO2-Werte."

Starre Regeln über lange Zeiträume machten allerdings keinen Sinn. "Co2-Reduzierung heißt immer auch neue Technologien - und das ist mit Kosten verbunden." Der Ruf Tempolimits zur Reduzierung von Treibhausgasen sei "reine Symbolpolitik", kritisierte Wissmann. Dies brächte keine großen Einsparungen.

Sinn mache vielmehr, die Kfz-Steuer möglichst schnell auf CO2-Ausstoß umzustellen. Dabei reiche es bereits, jedes Gramm gleich zu besteuern.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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