Deutsche Bank Das Geschäft mit den Krediten

Angeblich ist die Deutsche Bank tiefer in die Spekulationen der IKB verstrickt als bislang angenommen. Die Bank soll über Jahre Millionen mit dem Verkauf von Kreditforderungen an die IKB verdient haben.

Berlin - Die Deutsche Bank  ist offenbar deutlich tiefer in die Fehlspekulationen der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB verwickelt als bislang bekannt. Zudem soll der Branchenprimus am Verkauf von nur schwach gesicherten Kreditforderungen an die IKB  und ihrer jetzt ins Schlingern geratene Zweckgesellschaft "Rhineland Funding" über Jahre hinweg Millionen verdient haben, wie die "Berliner Zeitung" in ihrer Mittwochausgabe berichtet. Die Bank lehnte es gegenüber manager-magazin.de ab, dazu Stellung zu nehmen.

Dem Blatt zufolge hatten Experten des Londoner Finanzmagazins "Risk" bereits Anfang 2004 Daten veröffentlicht, wonach die Deutsche Bank neben den drei Geldhäusern J.P. Morgan, BNP Paribas  und Lehmann Brothers der IKB in großem Stil gesicherte und verbriefte Kreditforderungen vor allem aus den USA vermittelte.

Das auf die Deutsche Bank dabei entfallene Umsatzvolumen bezifferte "Risk" seinerzeit auf 500 Millionen bis 600 Millionen Dollar (rund 370 Millionen bis 440 Millionen Euro), wobei für das erste deutsche Bankhaus ein Gewinn von insgesamt mehr als 20 Millionen bis 30 Millionen Dollar angefallen sei, so die Zeitung. Andere Banken wie die Sachsen LB hätten für ihre Zweckgesellschaften nur als nahezu ausfallsicher geltende Forderungen mit der besten Bonitätseinstufung "AAA" akzeptiert.

Bei der IKB indes konnten von der Deutschen Bank und den anderen Investmenthäusern auch deutlich schwächer gesicherte und damit riskantere Kreditpakete platziert werden. Laut "Risk" war Anfang 2004 nicht einmal die Hälfte des IKB-Forderungs-Portfolios, das bereits damals auf ein Volumen von mehr als acht Milliarden Euro angewachsen war, mit der Rating-Bestnote ausgestattet, so das Blatt weiter.

Sachsen LB und IKB waren durch die Verwicklung in die US-Hypothekenkrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Sachsen LB wurde daraufhin an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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