Postbranche Mindestlohn für Briefzusteller

Gewerkschaft und Arbeitgeberverband haben sich erstmals auf einen Mindestlohn für Briefzusteller geeinigt. Allerdings sind nicht alle Anbieter im Boot - zwei große Postkonkurrenten fehlen.

Bonn - Erstmals hat sich die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di mit dem Arbeitgeberverband AGV Postdienste auf einen Mindestlohn geeinigt. Briefzusteller im Westen erhalten danach künftig mindestens 9,80 Euro pro Stunde, Postboten im Osten neun Euro, wie die AGV Postdienste heute in Bonn mitteilte. Der Mindestlohn für die Branche Postdienste außer Briefzusteller betrage 8,40 Euro pro Stunde im Westen und 8 Euro im Osten.

Der neue Tarifvertrag werde unverzüglich dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorgelegt, teilte der AGV weiter mit. "Dieser Tarifvertrag schafft die Voraussetzung für einen fairen Wettbewerb in der Branche und gewährleistet, dass der Wettbewerb in diesem Bereich über die besten Produkte und Qualitäten geführt wird und nicht über Lohndumping", sagte Wolfhard Bender, Vorstandsvorsitzender des AGV.

Zuvor hatte Ver.di es abgelehnt, Mindestlohn-Verhandlungen mit der von Konkurrenten der Deutschen Post, Pin und TNT gegründeten "Interessengemeinschaft Neue Briefdienstleister" zu führen.

Man sei mit dem AGV in den Verhandlungen über einen Mindestlohn für die rund 200.000 Beschäftigten "bereits ein gutes Stück vorangekommen", hieß es aus der Gewerkschaft. "Wenn Pin und TNT sich die Chance entgehen lassen, an dieser Stelle mit zu gestalten, sollten sie nicht hinterher ein vermeintliches Diktat beklagen."

manager-magzin.de mit Material von dpa und ap

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