Panamakanal Erweiterung des Nadelöhrs

Panama baut mit Milliardenaufwand den Panamakanal aus, damit künftig auch die größten Containerriesen die 80 Kilometer lange Abkürzung zwischen Atlantik und Pazifik nehmen können. Nach der Verbreiterung sollen etwa doppelt so viele Schiffe die Verbindungsstrecke nutzen.

Panama - Mit der Sprengung eines Abhangs hat der größte Ausbau des Panamakanals seit der Einweihung vor 93 Jahre begonnen. Der panamaische Präsident Martin Torrijos feierte am Montag den Auftakt des Milliardenprojekts und sprach von einer "außergewöhnlichen und einzigartigen Tat". Nach der Verbreiterung des Kanals sollen doppelt so viele Schiffe die 80 Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen Atlantik und Pazifik nutzen.

In den kommenden Jahren wird der Panamakanal dafür verbreitert, außerdem werden neue Schleusen gebaut. Der Ausbau der Wasserstraße soll rund 5,25 Milliarden Dollar (3,85 Milliarden Euro) kosten und bis spätestens 2015 vollendet sein. Die zuständige Kanalbehörde will die Gebühren für die Durchfahrt um durchschnittlich 3,5 Prozent im Jahr erhöhen, um den Ausbau zu finanzieren.

Rund 4 Prozent des weltweiten Warenverkehrs durchqueren den Panamakanal. Zwei Drittel der Schiffsladungen stammen aus den USA oder gehen dorthin. Nach der Verbreiterung wird entlang der Ostküste der Vereinigten Staaten mit Preissenkungen gerechnet, da breitere Schiffe mehr Güter durch den Kanal transportieren können. Der zweitgrößte Nutzer des Kanals ist China.

Auch der frühere US-Präsident Jimmy Carter und der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe wohnten der Zeremonie bei. "Ich bin stolz auf die großartigen Pläne für diese Erweiterung", sagte Carter, der 1977 mit Torrijos Vater Omar Torrijos den Vertrag unterzeichnet hatte, der schließlich zur Übergabe des Kanals an Panama führte.

Unter panamaischer Kontrolle ging die Zahl der Unfälle im Kanal zurück, während die Umsätze ständig stiegen. Bei den Bauarbeiten für den am 15. August 1914 eröffneten Kanal sollen bis zu 25.000 Menschen zu Tode gekommen sein. Die Panamaer hatten sich in einer Volksabstimmung im vergangenen Jahr für den Bau der neuen Schleusen ausgesprochen.

manager-magazin. de mit Material von ap

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