Siemens Festnahme in China

Siemens drohen neue Korruptionsvorwürfe in China. Eine Mitarbeiterin wurde von chinesischen Behörden vorläufig festgenommen. Hintergrund ist ein möglicher Bestechungsfall in einem chinesischen Krankenhaus.

München - Die chinesischen Antikorruptionsbehörden untersuchen die Verstrickung des Siemens-Konzerns in einen Bestechungsfall in einem Krankenhaus in der nordostchinesischen Provinz Jilin, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagausgabe) berichtet.

Laut der Pekinger Siemens-Zentrale habe die Polizei eine chinesische Mitarbeiterin des Konzerns vorübergehend festgenommen und verhört. Sie sei inzwischen wieder auf freiem Fuß und bei Siemens  vorübergehend beurlaubt. Das bestätigte auch ein Siemens-Sprecher gegenüber manager-magazin.de.

Chinesische Medien berichteten der Zeitung zufolge, der Leiter des Zentralkrankenhauses der Stadt Songyuan, Hou Yingshan, sei wegen des Verdachts auf Korruption festgenommen worden. Hou sei seit 1992 für den Einkauf von Medikamenten und medizinischen Geräten zuständig gewesen. Immer wieder habe das Krankenhaus auch Ausrüstung bei Siemens bestellt. Krankenhaus und Behörden hätten den Fall am Montag nicht kommentieren wollen. Die Siemens-Medizintechniksparte Medical Solutions zählt weltweit zu den größten Anbietern.

Erst vor wenigen Tagen hatte Siemens Korruptionsfälle bei seinen Geschäften in China eingeräumt. Während des erstmaligen Besuchs des neuen Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher hatte der Chef des China-Geschäfts, Richard Hausmann, "Unregelmäßigkeiten" eingeräumt. 20 Mitarbeiter seien wegen "unangemessener Geschäftsaktivitäten" entlassen worden.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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