Landesbanken US-Investor zeigt Interesse an WestLB

J.C. Flowers will Finanzkreisen zufolge bei der WestLB einsteigen. Das Interesse des US-Investors gelte dem Anteil des Landes Nordrhein-Westfalen an dem Geldhaus, das zuletzt durch Fehlspekulationen in die Verlustzone gerutscht war.

Frankfurt am Main - Die Landesregierung in Düsseldorf, die ihr rund 38-prozentiges WestLB-Paket verkaufen will, habe bereits Gespräche mit dem Finanzinvestor J.C. Flowers geführt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Das Land stehe demnach auch mit weiteren Finanzinvestoren in Kontakt.

Eine Sprecherin von Finanzminister Helmut Linssen (CDU) sagte, Linssen führe viele Gespräche zur Zukunft der WestLB. "Wir freuen uns über jeden Interessenten", fügte sie hinzu. Im Umfeld von Flowers wollte sich niemand äußern.

Die Zukunft der WestLB ist offen. Die Sparkassenverbände des Landes NRW, die zugleich Mehrheitseigner der WestLB sind, favorisieren ein Zusammengehen des Instituts mit der Stuttgarter LBBW. Die Landesregierung stemmt sich dagegen und prüft andere Optionen für die Bank, um den Finanzstandort Düsseldorf und die Arbeitsplätze bei der WestLB zu sichern. Linssen will noch im September eine Investmentbank einschalten, die den Verkaufsprozess begleiten soll.

J.C. Flowers ist im Lager der deutschen Landesbanken kein Unbekannter. Als bisher einzigem Finanzinvestor war es Flowers gelungen, in den öffentlich-rechtlichen Sektor einzudringen, als sich die Firma 2006 einen 27-prozentigen Anteil an der HSH Nordbank sicherte. Der jetzige WestLB-Chef Alexander Stuhlmann kommt von der HSH Nordbank.

Finanzkreisen zufolge hat auch die BayernLB Interesse an der WestLB. Im Vorstand der bayrischen Landesbank werde über einen Zusammenschluss geredet, allerdings gebe es noch nichts Konkretes. Es lasse das Institut natürlich nicht kalt, wenn die die LBBW wachse und wachse, hieß es. Allerdings sei die BayernLB derzeit mit der Übernahme der österreichischen Hypo Alpe Adria beschäftigt.

Zudem wolle sich das Institut stärker auf die Region Osteuropa ausrichten. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, das Interesse der BayernLB sei "durchaus ernsthaft". Die BayernLB und der bayrische Sparkassenverband als Eigentümer der Landesbank wollten sich dazu nicht äußern.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.