HSBC Einstieg in Südkorea

Das britische Finanzhaus HSBC will für 6,3 Milliarden Dollar einen Mehrheitsanteil an einer der größten Banken Südkoreas erwerben. Der 51-Prozent-Anteil an der Korea Exchange Bank soll von dem Investor Lone Star Funds übernommen erworben werden.

Seoul - Die größte europäische Bank, HSBC , will eine Mehrheitsbeteiligung an der Korea Exchange Bank (KEB) für 6,3 Milliarden Dollar (etwa 4,6 Milliarden Euro) übernehmen.

Wie die britische Großbank am Montag mitteilte, werden über die Tochter Asia Pacific Holdings (HSBC Asia) die 51 Prozent des US-Investors Lone Star Funds als Mehrheitseigner der sechstgrößten südkoreanischen Bank übernommen.

Der Einigung gemäß wird der Kaufpreis um 133 Millionen Dollar steigen, falls die Transaktion erst nach dem 31. Januar 2008 über die Bühne geht. Die Aktien der KEB hatten zuvor am Markt in Seoul in Erwartung der Nachrichten um mehr als 4 Prozent zugelegt.

Vorbehalte der Kartellbehörden

Die südkoreanischen Kartellbehörden wollen die Mehrheitsübernahme vorerst nicht genehmigen. Hintergrund dazu sind Unklarheiten beim Kauf des Anteils durch den Vorbesitzer, den Finanzinvestor Lone Star, im Jahr 2003.

So habe die Staatsanwaltschaft in Seoul bereits 2006 Anklage gegen sechs Akteure, darunter den ehemaligen KEB-Chef, wegen Verdachts von Finanzmanipulationen beim KEB-Anteilskauf durch Lone Star 2003 erhoben.

Den Beschuldigten werden unter anderem Bilanzmanipulationen vorgeworfen, um den Erwerb durch Lone Star zu ermöglichen. Zudem sollen Lone-Star-Mitarbeiter den Aktienkurs des KEB-Kreditkartenbereichs manipuliert haben, um die Sparte billig kaufen zu können.

Lone Star hatte 2003 gut 50 Prozent an der KEB übernommen und die Beteiligung 2006 über den Kauf eines von der Commerzbank gehaltenen Anteils von knapp 15 Prozent auf rund 65 Prozent aufgestockt. Im Juni 2007 veräußerte Lone Star 13,6 Prozent der KEB-Anteile an eine Reihe internationaler und südkoreanischer Investoren.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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