Energiemarkt GDF und Suez fusionieren

Die französischen Energiekonzerne GDF und Suez schließen sich zusammen. Damit entsteht eines der größten Stromunternehmen Europas. Unter anderem, weil die französische Politik es so will.

Paris - Die Fusion des französisch-belgischen Energie- und Versorgerkonzerns Suez  und des Staatskonzerns Gaz de France  (GDF) ist beschlossen. Wie die Firmen am Montag gemeinsam mitteilten, stimmten beide Direktorien einer Fusion unter Gleichen zu. Der nun vereinbarte Aktientausch basiere auf einem Verhältnis von 21 GDF-Aktien zu 22 Suez-Aktien. Auch die Aufsichtsräte haben Sonntagabend einer Fusion beider Unternehmen zugestimmt.

Der französische Staat werde mit "mehr als 35 Prozent" an dem neuen Unternehmen mit dem Namen GDF Suez beteiligt sein. Derzeit hält der Staat an GDF rund 80 Prozent. Durch die Fusion werde pro Jahr etwa eine Milliarde Euro über Synergien eingespart. Der Zusammenschluss solle im nächsten Jahr so rasch wie möglich abgeschlossen werden, teilten die Firmen mit.

Die Ausgliederung von 65 Prozent der Umweltsparte Suez Environment solle über einen Börsengang erfolgen, der zeitgleich mit der Suez-GDF-Fusion über die Bühne gehen soll. Der Zusammenschluss soll pro Jahr etwa eine Milliarde Euro an Synergien bringen.

Suez-Chef Gerard Mestrallet wird Chairman des neuen Unternehmens, GDF-Chef Jean-Francois Cirelli wird sein Stellvertreter und Präsident. Der Name des kombinierten Unternehmens wird "GDF Suez" lauten.

Die Ursachen für die Fusion sehen viele in der Politik. "Der Epilog dieses endlosen Dramas GDF/Suez verdankt viel der Autorität eines Staatspräsidenten, der allen Beteiligten - auch den privaten - seinen Willen aufzwingen konnte. Manche werden gegen diese französische Besonderheit nörgeln, die in der Tat überraschen kann. Man kann dem Staatschef nicht vorwerfen, dass er mit seinem Pfiff eine Zeit der Entscheidungslosigkeit beendet, die allzu lange gedauert hat. Es wäre aber weise, wenn er dabei bliebe", heißt es bei der Zeitung "Le Figaro".

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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